Rüttenen
Der Königshof steht jetzt samt Nebengebäuden unter Schutz

Neben dem Königshof wurden nun auch die Nebengebäude und die Umgebung unter Schutz gestellt. Damit soll erreicht werden, dass das Land rund um das Herrenhaus auch künftig unverbaut bleibt.

Urs Byland
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Rüttener Königshof mit Nebengebäuden steht unter Schutz
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Pächterhaus
Pächterhaus
Das Herrenhaus
Ökonomiegebäude
Detail des Ökonomiegebäudes
Gipsmühle
Benno Mutter vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie vor dem Haupteingang der Gipsmühle
Kalköfen
Brüggmoosbach

Rüttener Königshof mit Nebengebäuden steht unter Schutz

Urs Byland

Am nördlichen Rand von Solothurn, auf Gemeindegebiet von Rüttenen, liegt der Königshof. Es ist einer der ältesten Landsitze (erstmals 1540 erwähnt) rund um Solothurn, die fast alle im 16. oder 17. Jahrhundert entstanden sind. Der Königshof diente über Jahrhunderte bedeutenden Familien als Sommersitz. «Im Sommer haben die Besitzer vom Herrenhaus aus quasi ihr Landgut verwaltet. Sie haben Land verpachtet und ganz ordentlich davon gelebt», berichtet Denkmalpfleger Benno Mutter vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie.

Der Königshof ist bekannt wegen seines prächtigen Herrenhauses. Aber zum Königshof, der unter Denkmalschutz steht, gehört ein Ensemble an Bauten, die nun vom Kanton samt Umgebung ebenfalls unter Schutz gestellt wurden.

«Die Besitzer wohnten im Herrenhaus, hatten aber gleichzeitig einen Pächter, der ihnen den Hof bestellte.» Dieser Pächter wohnte im zweigeschossigen Haus neben dem Herrenhaus, in einem schlicht gebauten Gebäude, gebaut im späten 18. Jahrhundert in spätbarocker Tradition. Die Fassaden sind mit schlichten Rechteckfenstern in je zwei Achsen gegliedert. Das Mauerwerk erhielt im frühen 20. Jahrhundert einen zeittypischen Verputz. Dieser soll bei der anstehenden Pinselrenovation durch den Kanton erhalten werden, auch aus Kostengründen, wie Mutter erklärt. Aktuell steht das Haus leer.

Mächtige Kalksteinquadern

Zum Ensemble gehört weiter das mächtige Ökonomiegebäude, das mit dem Herrenhaus und dem Pächterhaus einen Hof bildet. Das besondere am Ökonomiegebäude, das spätestens im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts gebaut wurde, ist dessen edle Ausstattung. Sorgfältig gehauene, mächtige Kalksteinquader bilden die Längsfronten des Gebäudes.

Für das Obergeschoss wurde nicht das übliche offene Riegwerk, sondern verputztes, durch Luken befenstertes Bruchsteinmauerwerk gewählt. «Für die Besitzer des Herrenhauses sollte auch das Ökonomiegebäude etwas darstellen. Es war kein normaler Bauernhof», sagt Mutter. Schon im 18. Jahrhundert verfügte auch das Ökonomiegebäude über einen kleinen Wohnteil mit Gewölbekeller.

Durch das Areal führt der künstlich angelegte Brüggmoosbach, der oberhalb des Königshofes aus dem natürlichen Dürrbach abgezweigt wurde. «Damals die eigentliche Energiezufuhr», erklärt Benno Mutter. Mehrere vorindustrielle Gewerbebetriebe nutzten seine Energie. Darunter auch die ehemalige Gipsmühle, die nördlich der Scheune das Ensemble ergänzt. Sie wurde 1835 erbaut und blieb bis 1885 in Betrieb. Die ursprüngliche Baustruktur des Innern ist erhalten.

Im offenen Gewerberaum des Erdgeschosses liegt ein mit Kalksteinplatten belegter Durchgangsbereich zwischen teilweise verfüllten, tiefen Schächten der verschwundenen Mahl- und Reibeeinrichtungen. Zum Gebäude gehören zwei gut erhaltene Kalköfen.

Unter Schutz stellte der Regierungsrat auch die unmittelbare Umgebung des Ensembles. Das unverbaute Umland verleihe dem Gut und seinen Bauten höchste Lagequalität und ein ursprüngliches Erscheinungsbild.