Inkwil
Der Inkwilersee lädt zum «Schlöfle» ein

Seit Generationen verwandelt sich der Inkwilersee regelmässig zur idyllischen Natureisbahn. So wie jetzt. Viele wagen sich auf die Eisfläche - sei es mit den Schlittschuhen, oder einfach mit den Schuhen.

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Der Inkwilersee ist zugefroren
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« Betreten der Eisfläche auf eigenes Risiko»
Nur einzelne Wagemutige trauen sich auf den zugefrorenen Inkwilersee
Inkwilersee ist zugefroren

Der Inkwilersee ist zugefroren

Hanspeter Bärtschi

Am frühen Nachmittag liegt der Inkwilersee wie ein riesiger Spiegel in der flachen Landschaft zwischen Inkwil und Bolken. Abgesehen vom pfeifenden Wind, der Schilfrohre über das Eis wirbelt, herrscht Stille. Sogar der Schnellzug hinter dem See durchquert die menschenleere Ebene geräuschlos. Der Inkwilersee ist aber keineswegs immer so unberührt. Dutzende geschwungene Bögen auf dem Eis zeugen von Schlittschuhläufern, die sich auf dem Eis ausgetobt haben.

Diese wagten sich allerdings nicht auf das Eis, ohne vorher die Dicke zu prüfen, wie Bohrlöcher am Ufer zeigen. Mittlerweile ist das Eis rund 15 Zentimeter dick, was genug Tragfähigkeit ist. Eine offizielle Freigabe der Gemeinde Inkwil gibt es trotzdem nicht, sagt die Gemeindeschreiberin Eliane Bürki: «Eislaufen auf dem See ist zwar sehr beliebt, geschieht jedoch auf eigenes Risiko.» Auch ohne offizielle Erlaubnis ist das Schlittschuhlaufen auf dem Inkwilersee aber fester Bestandteil der Kindheit, wenn man hier aufwächst.

Knackendes Eis in der Dunkelheit

Im gut geheizten Restaurant Frohsinn in Inkwil hat man einen perfekten Blick auf den See, der immer noch menschenleer ist. Angestellte und Gäste erinnern sich, dass der nächtliche Gang aufs Eis in ihrer Jugend einen besonderen Reiz hatte. «Wenn man im Dunkeln über den See fuhr, und es knackte, kriegte man natürlich schon einen Schrecken», erzählt eine Angestellte. Das Knacken des Eises sei aber überhaupt nicht gefährlich, ergänzt sie.

Das bedeute, dass das Eis gut auf dem Wasser liege. Früher wurde der zugefrorene See noch intensiver genutzt, sagt ein älterer Dorfbewohner: «Das Eishockeyteam aus Etziken hat seine Spiele jeweils auf dem Inkwilersee vor grossem Publikum ausgetragen.» Das Eishockeytor zeigt, dass auf dem Inkwilersee auch heute noch dem Puck nachgejagt wird.

Am ungefährlichsten in der Mitte

Ohne Stock und Puck unterwegs ist Heinz Keiser. Der 74-jährige Subinger ist ein leidenschaftlicher Schlittschuhläufer: «Wenn es möglich ist, bevorzuge ich Natureisbahnen. Auf dem Inkwilersee bin ich dieses Jahr bereits zum zweiten Mal.» Besonders stolz ist er auf seine Schlittschuhe. Die seien bereits über 20 Jahre alt und immer noch in einem Topzustand, erzählt er. Noch älter ist seine «Eislauf-Karriere» auf dem Inkwilersee.

Bereits als Bub glitt er regelmässig über die Natureisbahn. So kennt er auch die Tücken des gefrorenen Inkwilersees: «Bei den verschiedenen Ein- und Ausläufen ist das Eis am wenigsten dick. In der Mitte des Sees ist es deshalb am ungefährlichsten.» Sagt es und gleitet Richtung Seemitte. Noch hat er den Inkwilersee fast für sich allein. Das dürfte sich am heutigen schulfreien Nachmittag ändern, wenn die Kinder aus der Region den stillen Inkwilersee in einen riesigen Spiel- und Sportplatz verwandeln.