Nach elf Jahren als Geschäftsführer des Vereins Region Thal hat sich Hans Weber für eine berufliche Neuorientierung entschieden. Er hat per 30. April gekündigt. Hans Weber war in einem 80-Prozent-Pensum angestellt und hat die Geschäftsstelle des Vereins Region Thal vom kleinen Büro zur Drehscheibe für Regionalentwicklung aufgebaut.

«Die Region Thal, und ich meine damit sowohl Geschäftsstelle als auch Vorstand, steht nach allen Umstrukturierungen und personellen Wechseln meiner Meinung nach heute gut da, und ich bin überzeugt, dass sie unter neuer Leitung mit neuem Schwung weiter gut gedeihen wird», sagt Hans Weber.

Mehr ein Bauchentscheid

Gab es etwas Ausschlaggebendes, das zur Kündigung führte? «Nicht wirklich», antwortet Weber, «es kommt vielmehr von der Altersstufe her. Ich werde bald 56-jährig und fragte mich, ob ich noch einmal etwas Neues anpacken wolle.» Dann habe er die Ausschreibung für die Geschäftsführung der Cipra Schweiz, der internationalen Alpenschutzkommission, gesehen und sich gemeldet.

«Ich war natürlich nicht der Einzige, und als vor Weihnachten die Zusage kam, wurde mir erst so richtig bewusst, was ich nun aufgeben sollte.» Der Entscheidungsprozess sei alles andere als leicht gewesen, betont Weber. «Der Kopf sagte Nein. Du kannst noch keinen so interessanten Job einfach aufgeben. Doch der Bauch sagte mir, dass es Zeit ist für einen Wechsel.»

Hinzu kam, dass ihn die Aussicht auf einen Job mit viel Selbstständigkeit stark reizte. Denn die Cipra-Geschäftsführung bildet ein 15-Prozentpensum, den Grossteil werden projektbezogene Arbeiten auf Mandatsbasis ausmachen, unter anderem im Bereich Entwicklung des ländlichen Raums.

Waren vielleicht auch unterschiedliche Auffassungen ausschlaggebend, etwa darüber, wer wofür zuständig ist? «Meinungsverschiedenheiten sind bei so vielen Veränderungen, wie sie der Verein Region Thal erlebt hat, nicht zu vermeiden», sagt Weber. Man habe erkannt, dass es klarere Strukturen und Zuständigkeiten braucht - insbesondere in Bezug auf den Naturpark Thal - und daher den Verein neu strukturiert.

Kein Schnellschuss

Wie die Stelle der Geschäftsführung besetzt wird, sei völlig offen, erklärt Bruno Born, Präsident des Vereins Region Thal. «Es gibt sicher keinen Schnellschuss, indem wir sofort jemanden suchen und einstellen. Sondern wir klären ab, ob es auch ein anderes Modell gibt.»

Born bedauert, dass er nun schon bald ohne Hans Webers grosses Wissen auskommen muss, ist Born doch erst seit Kurzem Präsident des Vereins Region Thal. «Aber ich habe Verständnis dafür, dass Hans Weber nun noch etwas Neues anpacken will.»

Weber selber will dafür sorgen, dass es keinen abrupten Wechsel gibt, indem er bereit ist, punktuell noch zur Verfügung zu stehen.