Hubersdorf
Der Gemeinderat beschliesst auf eine Kanzlei-Leitung zu verzichten

Der Hubersdorfer Gemeinderat gibt auf und sucht nun statt einer Leitung für die Gemeindekanzlei eine Person, die Sekretariatsarbeiten erledigt. Das Pensum für die Stelle soll 40 bis 60 Prozent betragen.

Rahel Meier
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Doch keine Leitung für die Verwaltung. Hanspeter Bärtschi.jpg

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Hanspeter Bärtschi

Im Stelleninserat stand «wir sind beauftragt, für eine kleinere Gemeinde in der Region Solothurn die neu geschaffene Stelle Leiter/in Gemeindekanzlei 80-100 Prozent zu besetzen». Für Kenner der Region war klar, dass damit Hubersdorf gemeint ist. Bis heute konnte die ausgeschriebene Stelle aber nicht besetzt werden.

«Die Anforderungen sind relativ breit gefächert», erklärt der Hubersdorfer Gemeindepräsident Andreas Rüegger. Gesucht wird nicht nur eine neue Gemeindeschreiberin, sondern auch eine Person, die ein Bausekretariat aufbauen könnte, sich in der Personalführung auskennt, die bestehenden Strukturen und Prozesse verbessern und zudem auch anstehende Prozesse wie den Aufbau des neuen Rechnungswesens HRM2, oder die ICT begleiten könnte.

Dazu komme, so Rüegger, dass auch Abendeinsätze - bei Sitzungen beispielsweise - geleistet werden müssen. Personen, die all diese Anforderungen erfüllen, seien nicht dicht gesät.

Seit letzten Juni hat die Gemeindeschreiber-Stellvertreterin, die eigentlich vor allem als Finanzverwalterin angestellt ist, beide Jobs erledigt und in einem 80-Prozent-Pensum gearbeitet. «Sie möchte die neue Stelle aber nicht übernehmen und ihr Pensum wieder zurückfahren», so Rüegger.

Anders orientieren

Der Gemeinderat hat nun beschlossen, auf die Kanzlei-Leitung zu verzichten und eine Person zu suchen, die in einem Pensum von 40 bis 60 Prozent diverse Sekretariatsarbeiten erledigt. Damit würde wieder der Status quo eingerichtet, wie er in den letzten Jahren bestand.

Update

Im Mai 2013 wurde Helga Börner altershalber als Gemeindeschreiberin in Hubersdorf pensioniert. Sie hatte ein 40-Prozent-Pensum inne. Bereits vorher hatten sich die Gemeinderäte von Hubersdorf und Flumenthal mit einer möglichen Zusammenarbeit im Verwaltungsbereich beschäftigt. Die beiden Gemeinderäte schlugen vor, zwei Verwaltungen zu belassen, aber eine gemeinsame Leitung für die beiden Kanzleien einzusetzen. In beiden Gemeinden arbeiten verschiedene Personen in verschiedenen Bereichen in Teilzeit. Die Schaffung einer gemeinsamen Leitung wurde an der Gemeindeversammlung in Flumenthal klar abgelehnt. In Hubersdorf wurde daraufhin beschlossen, trotzdem eine Leitung für die Kanzlei zu suchen. (rm)

«Die neue Angestellte oder der Angestellte muss sicher auch Arbeiten für das Bausekretariat übernehmen», so Rüegger. Denn die Mitglieder der Baukommission möchten nur noch bis Mitte Jahr weiterarbeiten und dann endgültig abgeben. «Vermutlich werden wir dann externe Hilfe holen.»

Neben der Finanzverwalterin und der Person, die jetzt neu gesucht wird, arbeitet eine dritte Angestellte in der Gemeindekanzlei. Sie ist vorwiegend für die Verwaltung der Gesamtschule Unterleberberg (GSU) zuständig. Hubersdorf hat dieses Mandat mit der Einführung der GSU übernommen. «Die Schule hat über 100 Angestellte. Schon nur die Erledigung des ganzen Lohnwesens braucht einiges an Zeit», so Rüegger.

Nicht infrage kommt eine Zusammenarbeit mit Flumenthal, wie sie ursprünglich geplant war. «Diese ist auf beiden Seiten auf Eis gelegt.» Das Thema werde aber wohl irgendwann wieder aufs Tapet kommen, ist Rüegger überzeugt.