Biberist
Der Chor schenkt ein Stück Himmel auf Erden

Der gemischte Chor der Gemeinde Biberist feierte sein 150-Jahr-Jubiläum. «Ihr schenkt uns ein Stück Himmel auf Erden», sagte Gemeindeleiter und Diakon Max Herrmann.

Agnes Portmann-Leupi
Merken
Drucken
Teilen
Gemischter Chor und Gläubige freuten sich über die Schubert-Messe. F. Grossen

Gemischter Chor und Gläubige freuten sich über die Schubert-Messe. F. Grossen

Leuchtende Sonnenblumen – verstärkt in ihrer Farbenpracht durch die eindringenden Sonnenstrahlen – schmückten die katholische Kirche für den Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen des Gemischten Chores Biberist. Sie vereinten sich in den Farben vollendet mit der Vereinsfahne im Chor.

«Kirchenmusik bringt das Gebet noch inniger zum Ausdruck», sagte Gemeindeleiter und Diakon Max Herrmann. Damit erklärte er die Bedeutung von Musik und Gesang in der Liturgie. Der Chor übernehme diese Aufgabe und öffne so die Herzen der Gläubigen. «Ihr schenkt uns ein Stück Himmel auf Erden», so Herrmann. Auf wundersame Weise gelang dies dem gemischten Chor mit der G-Dur-Messe von Franz Schubert unter der Leitung von Maija Breiksa. Das erklingende «Gloria» mit den Sängerinnen und Sängern, dem Streichorchester und den Solisten erfüllte, unter die Haut gehend, die Kirche und liess die Gottesdienstbesucher entschweben.

Der priesterliche Mitarbeiter Branko Palic hielt fest: «Das 150-jährige Bestehen beweise Idealismus, Ausdauer, Treue zu Gott und der Kirche sowie die Liebe zu Musik und Gesang.» Kirchgemeindepräsident Andreas Beer erinnerte an die Gründer des Vereins, die vor 150 Jahren Pflichten übernommen hätten und lobte die vielen engagierten Menschen.

Früher ohne Nachwuchsprobleme

Lob und Gratulation ernteten die Mitglieder des gemischten Chores beim Apéro von der ganzen Bevölkerung. Musiker Mario Ursprung etwa sagte: «Die Stimmführung von Orchester und Chor war absolut genial.» Eine Herausforderung höchsten Grades bedeute in dieser Schubert-Messe die Höhe in den Stimmen.

Die geladenen Gäste erhielten nach dem Essen Einblick in die Geschichte des gemischten Chores durch Präsident Werner Werren und Vizepräsidentin Monika Burki. Das Duo erzählte Lustiges und Ernstes von Konzerten, speziellen Aufführungen, Reisen und Festen. Laut Protokollen ist der Verein aus dem Männerchor Eintracht hervorgegangen und bestand anfänglich aus 24 Mitgliedern (heute 37). Dass früher keine Nachwuchsprobleme herrschten, beweist, dass über die Aufnahme jedes «Kandidaten» geheim abgestimmt wurde. Im Jahr 1887 durften zwei Jungfrauen dem Verein nicht beitreten, weil der Sopran bereits ausreichend vertreten war. Die Frauen nutzten die Zeit während der Proben zum Stricken, nämlich dann, wenn nicht gerade ihre Stimme zum Üben aufgefordert wurde. Die Herstellung der ersten Vereinsfahne im Jahr 1889 kostete 23 Franken und die Stickereien 10 Franken.

Nur lobende Worte erhielt der Chor schliesslich von zahlreichen Grussbotschaften, darunter Beat Schöni, Präsident Solothurner Kantonal-Gesangverein, Edith Ursprung, Präsidentin Sängerverband Wasseramt-Solothurn-Lebern, und Irène Kurth vom Kirchenmusikverband Solothurn Lebern-Wasseramt. Vizegemeindepräsidentin Gabriella Kaufmann gratulierte mit dem Einbezug einer weissen Hortensie im Namen der Einwohnergemeinde. Ideenreich beglückwünschten zudem viele Vereine den Chor.