Modellprojekt

Der Bucheggberg will qualitativ wachsen und das Bestehende erhalten

Lüterswil: Was von oben malerisch wirkt, ist in seiner dörflichen Entwicklung mannigfaltig behindert.

Lüterswil: Was von oben malerisch wirkt, ist in seiner dörflichen Entwicklung mannigfaltig behindert.

Die Regionalplanungsgruppe Repla Espace Solothurn will ein Projekt im Bucheggberg mitfinanzieren. Derzeit werden die acht Gemeinden befragt, inwiefern der ländliche Raum entwickelt werden soll.

«Wir haben in Lüterkofen keine Post mehr und keinen Coop. Das ist der Trend.» Einen Treffpunkt in der Gemeinde oder einen Mittagstisch im Bucheggberg, das wünsche er sich. Der Wunsch könnte für Roger Siegenthaler, Gemeindepräsident und gleichzeitig Präsident der Regionalplanungsgruppe Repla Espace Solothurn, in Erfüllung gehen. Etwa wenn seine Lüterkofer Gemeinderäte die Bedürfnisse der
Gemeinde in der Repla-Umfrage «Entwicklung ländlicher Raum» gut verkaufen. Er selber wolle die Fragen nicht beantworten, «das kommt nicht gut an», spricht er seine verschiedenen Hüte an, die er trage.

Nachdem in den letzten Jahren vor allem die Agglomerations-Gemeinden von den Repla-Geldern profitieren konnten, soll nun ein Projekt im ländlichen Raum durchgeführt werden. «Wenn man Geld in den Topf einzahlt, aber nie davon profitieren kann, entsteht verständlicherweise Unmut», sagt Repla-Präsident Roger Siegenthaler. Aktuell wird die Umfrage in den acht Bucheggberger Gemeinden durchgeführt. Am Ende soll ein Modellvorhaben umgesetzt werden, welches mithelfen soll, «Antworten zu finden auf die verbreitete Rat- und Aussichtlosigkeit im ländlichen Raum», so die Beschreibung im Projektbericht. 

Viele Fragen, keine Antworten

«Das ist nicht unsere Erfindung. Die Entwicklung des ländlichen Raumes ist schweiz- und europaweit ein Thema», sagt Matthias Reitze, stellvertretender Repla-Geschäftsführer. Im ländlichen Raum finde ein Strukturwandel statt. Neues Land kann nicht eingezont werden, Vereine finden keine Mitglieder, Lädelisterben, Landwirtschaftsbetriebe schliessen, die Einfamilienhaus-Strategie hat mit dem neuen Raumplanungsgesetz (Verdichtung, keine Einzonungen) ausgedient, die Gemeindefinanzen sind nicht im Lot. «Die Strategie, möglichst das zu erhalten, was ist, funktioniert nicht mehr, also was tun?»

Mit dem nun anlaufenden Projekt sollen die Gemeinden Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. «Vielleicht sagt sich dann jemand, das ist genau das, was mir fehlte, damit ich aufs Land wohnen gehe», so Roger Siegenthaler.

Dabei will der Bucheggberg nicht um jeden Preis wachsen. «Es geht um qualitatives Wachstum und den Erhalt des Bestehenden», erklärt Matthias Reitze. Mit der Umfrage wird ein Handlungsansatz gesucht. «Gibt es in einem Bereich einen Konsens, vielleicht sieht man Chancen. Wir brauchen einen Anfang. Vielleicht entsteht eine Idee, die man im ganzen Bucheggberg versuchen kann, vielleicht finden wir etwas Lokales, das andernorts kopiert werden kann.»

Noch wenig Rücklauf

Im Äusseren Wasseramt und im Unteren Leberberg bestehen ähnliche Probleme. «Hätten wir Bundesgeld erhalten, hätten wir alle drei Regionen berücksichtigt», so Reitze. So wurde nur eine Region, der Bucheggberg, ausgewählt, der aber als Modell für die anderen dienen kann. Aus Effizienzgründen wird die Umfrage mit den Gemeindepräsidien durchgeführt. Diese wurden aber aufgefordert, die Umfrage innerhalb der Verwaltung und der Behörden, Vereine, Kirchgemeinden und Zweckverbände zu streuen. «Wir suchen konkrete Projekte und wollen nicht einfach das Thermometer hinhalten und die Befindlichkeit messen.»

Bis März müssen Resultate vorliegen, damit die nächste Stufe gezündet werden kann, und der Repla-Vorstand weitere Gelder spricht. Zuvor will die Repla an einem Infoanlass die Bevölkerung einbeziehen.

Zuerst muss aber die Umfrage von möglichst vielen beantwortet. «Da sind wir in Verzug. Gut möglich, dass die herbstlichen Budgetdebatten die Ressourcen gebunden haben», so Siegenthaler. Die Frist wurde deshalb um eine Woche verlängert.

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