Fasnacht Bettlach
Der Bettlacher Mooreball darf dieses Jahr nicht in der Klemenzkirche stattfinden

Der Bettlacher Mooreball wird vorerst nicht mehr in der Klemenzkirche stattfinden. Der Kirchgemeinderat befürchtet Schäden am teuer renovierten Gebäude, die Organisatoren teilen diese Befürchtung.

Andreas Toggweiler
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Ein Werbeplakat für den Mooreball.

Ein Werbeplakat für den Mooreball.

Andreas Toggweiler

«Der Saal der katholischen Kirche Bettlach ist nun umgebaut und entspräche somit den sicherheitstechnischen Anforderungen für Anlässe wie z. B. den Mooreball. Doch scheinbar ist er nun zu schön, um dem Mooreball weiterhin Gastrecht zu gewähren», schreibt Res Bur von der IG Fasnacht Bettlach in einem Leserbrief.

Tatsächlich haben die Fasnächtler entschieden, den Mooreball vom 3. März nun im Music Center des Kakadu durchzuführen. Nach einem Lokaltermin mit Vertretern der Kirche ist man zum Schluss gelangt, dass man die Auflagen zur Schonung der frisch renovierten Räumlichkeiten nicht erfüllen könne.

Wände, Mobiliar, sogar der Boden müsse in einer Art geschont werden, die mit einem vernünftigen Aufwand nicht umsetzbar sei, steht in einem Protokoll zur Begehung im Januar.

«Gleich in den Porzellanladen»

Diese Auflagen seien einfach zu hoch und der Mehraufwand und das finanzielle Risiko, das der Veranstalter «Fönny Monday» eingehe, sei nicht tragbar. Man habe auch weniger Platz, weil Nebenräume nicht mehr zur Verfügung stehen. Zudem dürften nur noch maximal 250 Personen in den Kirchensaal. «Fazit, es wäre wohl einfacher, den Mooreball in einem Porzellanladen zu veranstalten».

Res Bur von der IG Fasnacht kommt deshalb zum Schluss: «Das Vorgehen entspricht einem verkappten Rauswurf. Man will den Mooreball nicht mehr in seiner angestammten Umgebung haben.» Dies sei schwer nachzuvollziehen, sei doch der traditionelle Mooreball im kirchlichen Umfeld entstanden.

Als Gegenrecht zur Benützung der Kirche habe man jeweils den ganzen Reingewinn an gemeinnützige Organisationen gespendet. «Über 60 000 Franken in all den Jahren», rechnet Bur vor. «Heute scheinen jedoch allfällige kleine Kratzer oder Flecken mehr Gewicht zu haben als Spenden an Bedürftige...», empört sich der Briefschreiber.
Kirchgemeindepräsident Theo Sury kontert diese Vorwürfe.

«Uns liegt es ferne, den Mooreball zu verdrängen, denn er ist ja tatsächlich in unseren Reihen entstanden und hat eine lange Tradition», betont Sury. «Wir sind aber auch unseren Steuerzahlern Rechenschaft schuldig, die drei Millionen Franken in die Renovation der St. Klemenzkirche investiert haben.»

Gleiche Auflagen für alle

Dies erfordere tatsächlich jetzt mehr Rücksichtnahme bei der Benützung der Räumlichkeiten. Davon seien auch die eigenen Veranstaltungen betroffen. Man mache dem Verein Fönny Mönday dieselben Auflagen wie allen anderen Benützern.

So habe auch der Gospelchor für sein letztes Konzert die Anzahl der Kerzen reduzieren müssen. Es sei aber tatsächlich so, dass der Mooreball der Anlass war der die Kirchenräume «am meisten abgenutzt» habe.

Da die Betonwände keinen Silikonanstrich hätten, sei eine Reinigung sehr aufwendig. Sury glaubt, dass die Mooreball-Organisatoren überreagiert haben. «Wir wären zu Gesprächen bereit gewesen und hätten sicher eine Lösung gefunden. Aber wir haben nichts mehr gehört.»