In den letzten Jahren war der Bellacher Weiher im Mai jeweils bereits voll mit Tausendblatt, Seerosen und anderen Wasserpflanzen. Heuer ist die Wasseroberfläche fast blank. Für Adrian Nufer (Umweltnaturwissenschafter) ist dies klar ein Erfolg, der mithilfe des Pilotprojektes, mit dem der Verlandung und der Verschlammung des Weihers (siehe Kasten rechts) entgegengewirkt werden soll, erzielt werden konnte.

Nachhaltige Wirkung erzielen

Der Bellacher Weiher wird im Volksmund auch das Schwarze Meer genannt. Die ehemalige Besitzerfamilie hiess Schwarz und eines der Mitglieder dieser Familie vermachte der Gemeinde Bellach ein Legat von 50 000 Franken, das zur Pflege des Weihers verwendet werden sollte. «Mit diesem Geld wurde lange Jahre der Unterhalt bezahlt», so Gemeindepräsident Anton Probst. Trotzdem verlandete und verschlammte das Gewässer immer weiter. Verschiedene Massnahmen brachten kurzfristig Besserung. «Aber wir suchten etwas, das nachhaltig wirkt», so Probst. «Der Weiher ist ein Naherholungsgebiet und wird von der Bevölkerung der ganzen Region geschätzt.»

Seit zwölf Jahren gehört der rund drei Hektaren grosse Weiher Laura und Thomas Stöckli. Die beiden haben sich jahrelang um die Wasserqualität gesorgt und von Hand und mit selbst gebauten Vorrichtungen Pflanzen aus dem Wasser genommen. Dabei sind Stöcklis auch auf die «Plocher-Produkte» gestossen und haben begonnen, das Wasser des Weihers damit zu behandeln. Das von ihnen verwendete Produkt dient dazu, den Sauerstoff zu aktivieren. So kann der Verschlammung aktiv entgegnet werden.

Produkte werden abgegeben

Umweltwissenschafter Adrian Nufer macht regelmässig eine Erfolgskontrolle. Nach einem Jahr befragte er die 18 Landwirte, die beim Projekt mitmachen. Nach drei Jahren stellte er erneut Fragen. «Die Wirkung der Produkte ist für die meisten Bauern klar ersichtlich», so Nufer. Nach drei Jahren zeige sich die Wirkung nicht nur im Bereich des Hofdüngers, sondern auch im Feld. «Drei von sechs Landwirte geben beispielsweise an, dass sich ihr Zuckerrübenertrag verbessert hat.» Neun von dreizehn Landwirten beobachten zudem, dass der Ackerboden krümeliger wurde. Es seien mehr Regenwürmer vorhanden und der Boden könne nach Regenfällen besser befahren werden. Als durchwegs positiv wird die Wirkung der Plocher-Produkte auch auf den Mist beurteilt.

Keiner der Landwirte sei unzufrieden mit den Plocher-Produkten. Die Mehrheit erklärt, dass sie weniger Dünger benötigt als früher. Dies, weil die Produkte, die auf den Boden ausgebracht werden, so wirken, dass weniger Nährstoffe abfliessen. Die Plocher-Produkte wirken in Form einer biochemischen Reaktion im Boden. «200 Gramm pro Hektare genügen», so Nufer. Demgegenüber stehen Düngegaben von 30 und mehr Kilogramm pro Hektare.

Werden Produkte weiter genutzt?

Die Frage, die sich für Adrian Nufer stellt, ist, was nach dem Ende des Pilotprojektes geschehe. Noch seien nicht alle Landwirte davon überzeugt, dass sie mit den Plocher-Produkten bei Dünger und Pflanzenschutz tatsächlich Einsparungen erzielen können. «Entscheidend wird das Preis- und Leistungsverhältnis sein.»

Bernhard Strässle (Wallierhof) ist interessiert an den Ergebnissen der Studie. «Für uns liegt das Problem des Versuches darin, dass er mit einem einzigen Produkt durchgeführt wird», erklärt er. Er meint aber auch: «Die Bauern haben im Normalfall ein gutes Gespür für ihre Böden. Die Ergebnisse der Umfrage sind darum interessant für uns.» Anton Probst wiederum kann sich vorstellen, die Abgabe der Produkte in irgendeiner Form weiter zu unterstützen. «Dann müssten sich aber die Nachbargemeinden Lommiswil und Selzach auch beteiligen. Denn die Landwirte sind grösstenteils in diesen beiden Dörfern, nicht in Bellach, tätig.»