Biberist
Dem Käfer im Hippie-Look steht ein grosser Auftritt bevor

Fränzi Bannwart hat ihr Traumauto für das Internationale Käfertreffen in Châteaux-d’Oex in Wolle gepackt. Dazu nähte sie mehrere hundert Strick-und Häkelplätzchen zusammen, um sie anschliessend auf dem Käfer anzubringen.

Agnes Portmann-Leupi
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Fränzi Bannwart präsentiert ihren wolligen Käfer.

Fränzi Bannwart präsentiert ihren wolligen Käfer.

apb

Sieben Kilogramm Wolle und zweieinhalb Monate Arbeit: Das Resultat präsentiert sich in einer Faszination der besonderen Art. Fränzi Bannwart hat ihren VW-Käfer mit Strick- und Häkelplätzchen umhüllt, und zwar fürs Internationale Käfertreffen am kommenden Wochenende in Châteaux-d’Oex.

Farbenprächtige Kreise, Vier- und Rechtecke, bestückt mit Herzen, Blumen, Seesternen, Uhus und Friedens-Symbolen verdecken das normalerweise in Blaumetallic leuchtende Kultauto. «Ich habe mir bewusst kein Farbkonzept ausgedacht», sagt die Werklehrerin. «Was ich an Wolle zur Verfügung hatte, verarbeitete ich.»

Wollresten erhielt sie von Bekannten und von ihrer Patin, die selbst die kleinsten Überbleibsel jeweils aufbewahrt. Nur gerade für 20 Franken kaufte sie zur Ergänzung knallige Farben in der Brockenstube. Keine Farbnuance scheint zu fehlen und sich harmonisch ins Ganze einzufügen.

Rund 500 kreisförmige Stücke bildeten den Start zu Fränzi Bannwarts Vorhaben, dessen Ursprung das Bild eines umhüllten Deux-Chevaux im Internet war. Die Plätzchen rückte sie auf dem Auto zurecht, fixierte sie mit Klebeband und nähte sie zusammen.

Für flache Partien wie etwa die Türen machte sie ein Papiermuster und ordnete die Farbenpracht an. Das Autodach umgeben eckige Exemplare. Die charakteristischen Linien des Käfers heben Strickschnüre à la «Strickliesel» hervor. Das Fliegennetz an den Fenstern und zusätzlich eingenähte Gurten dienen zur Verstärkung des Ganzen.

1500 Käfer treffen sich

Für VW-Käfer schwärmte Fränzi Bannwart bereits in ihrer Schulzeit. «Ein solches Auto zu besitzen, war jahrelang mein Traum», gesteht sie. Seit sechs Jahren ist die riesige Spielzeug-Käfersammlung aus der Kinderzeit dem echten Käfer, Jahrgang 1982, mit Heckmotor, 34 PS und Luftkühlung, gewichen. Das Klappern bei Tempo 120 auf der Autobahn und der ganz spezielle Ton des Auspuffs inklusive.

Für den Familienausflug mit Ehemann und den beiden Töchtern nach Châteaux-d’Oex wird am kommenden Wochenende das Auto vollbepackt mit zwei Iglu-Zelten und allem Drum und Dran.

Rund 1500 Käfer und zusätzlich alte VW-Busse werden auch heuer am Treffen erwartet. Ein Corso und Unterhaltungsprogramme gehören dazu. «Das Faszinierende aber sind die Gespräche», erzählt Fränzi Bannwart. Und auf diese darf sie sich in Anbetracht ihrer Exklusivität sicherlich freuen.

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