Lüterkofen-Ichertswil
Dauerfehde beendet: Familie Affolter kann jetzt endlich den Kuhstall bauen

Die Ortsplanung in Lüterkofen-Ichertswil wurde revidiert. Dass aus einer Freihaltezone jetzt Landwirtschaftsland geworden ist, hat Auswirkungen auf die Familie Affolter. Sie darf jetzt den lange geplanten Freilaufstall für die Kühe bauen.

Urs Byland
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Vor einem Jahr wurde in Lüterkofen verhandelt an den Orten, wo im Rahmen der Ortsplanungsrevision Beschwerden eingelegt wurden. Hier beim Bauernhof der Familie Affolter.Uby

Vor einem Jahr wurde in Lüterkofen verhandelt an den Orten, wo im Rahmen der Ortsplanungsrevision Beschwerden eingelegt wurden. Hier beim Bauernhof der Familie Affolter.Uby

«Die Ortsplanung ist im Amtsblatt publiziert und somit rechtsgültig», erklärt Gemeindepräsident Roger Siegenthaler. Mit der nun gültigen Ortsplanungsrevision wird die Freihaltezone gleich neben dem Bauernhof der Familie von Hans Affolter zu Landwirtschaftsland, auf dem der geplante Freilaufstall erstellt werden kann.

Wegen dieses Bauvorhabens kam es in der Vergangenheit zu einer Dauerfehde zwischen Hans Affolter und seinem Nachbarn. Der Streit nahm immer gehässigere Formen an. Vor zwei Jahren sah man sich vor dem Richter wieder. Die «Solothurner Zeitung» schrieb: «Sie kennen sich von Kindheit an, waren Spielgefährten und haben zusammen die Primarschule besucht. Bis vor vier Jahren waren sich die beiden wohlgesinnt. Dies sollte sich schlagartig ändern, als der Landwirt plante, einen Kuhstall zu errichten. Der Nachbar erhob Einsprache. Es entbrannte ein unschöner Streit. Der Landwirt soll gedroht und den Nachbarn schikaniert haben. Der Nachbar wiederum antwortete mit Anwälten und eingeschriebenen Briefen. In der Verhandlung kam es zu einem Vergleich. Der Landwirt verpflichtete sich, auf dem Grundstück nur Rindvieh zu halten. Der Nachbar verpflichtete sich, einen Bau nicht zu bekämpfen.»+

«Buebetrickli»

Gegen den Freilaufstall kämpfte der Nachbar der Familie Affolter aber gleichzeitig vor Bundesgericht, wo er recht bekam (wir berichteten). Das Land, auf dem Affolters bauen wollen, liegt in der landwirtschaftlichen Freihaltezone. Gebaut werden darf einzig für landwirtschaftliche Zwecke. So bestimmt es das Reglement, das heisst die damaligen lokalen Verfasser, die das landschaftliche Bild des Dorfes erhalten wollten.

Die Baubewilligung für den Kuhstall wurde aber vom Bundesgericht aufgehoben, weil dieses Sinn und Zweck der Freihaltezone anders interpretierte als die Verfasser. Das «Buebetrickli», so Roger Siegenthaler, schien zu verfangen. Das Urteil des Bundesgerichtes wurde kurz vor der Schlichtung des Streites vor Amtsgericht publik.

Deshalb setzte die Bauernfamilie auf die Ortsplanungsrevision, hoffte auf eine Umzonung des Landes von der landwirtschaftlichen Freihaltezone zu Landwirtschaftsland. Dieses Anliegen wurde in die Revision aufgenommen. Affolters können den Freilaufstall bauen. Wenn nicht ein bestimmter Nachbar ein weiteres Kapitel dieser endlosen Geschichte schreiben will.

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