Altreu
Das Trinkwasser wird weiterhin vor Ort gewonnen

Mit dem neuen Wasserversorgungsplan sollen die Dorfteile Altreu und Haag neu von der Wasserversorgung Selzach versorgt werden. Der Gemeinderat hat die Millionenpläne zur Wasserversorgung genehmigt.

Sven Altermatt
Drucken
Teilen
Das Leberberger Dorf bekennt sich mit dem Entscheid letztlich auch zur Trinkwassergewinnung vor Ort.

Das Leberberger Dorf bekennt sich mit dem Entscheid letztlich auch zur Trinkwassergewinnung vor Ort.

Oliver Menge

Es war ein Millionengeschäft, das der Selzacher Gemeinderat diese Woche verabschiedete: den generellen Wasserversorgungsplan (GWP). «Das wird uns noch lange beschäftigen», meinte Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP). Das Leberberger Dorf bekennt sich damit letztlich auch zur Trinkwassergewinnung vor Ort.

Das derzeitige Wasserversorgungsprojekt entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, erinnerte Carmen Balmer vom Ingenieurbüro Emch und Berger die Räte. Der Dorfteil Altreu und einzelne Liegenschaften des Weilers Haag werden von der Brunnengenossenschaft Altreu mit Trinkwasser versorgt.

Die Genossenschaft beschafft das Wasser aus ihrer Quelle «Im Haag», speichert es im Reservoir Altreu und beliefert ihre Abnehmer über ein eigenes Versorgungsnetz. Weil die Genossenschaft nur noch wenige Abnehmer hat, wäre die Werterhaltung ihrer Anlagen viel zu teuer. Gleichzeitig ist die Einwohnergemeinde Selzach für die Löschwasserversorgung in Altreu zuständig. Das heisst: Bei einem Brand in Altreu muss mit Feuerwehrschläuchen eine Verbindung zwischen der öffentlichen Wasserversorgung und dem Leitungsnetz der Brunnengenossenschaft hergestellt werden.

Allerdings liegt das Reservoir Känelmoos der Selzacher Wasserversorgung 54 Meter höher als das Reservoir Altreu. Deshalb muss der Druck vor der Wassereinspeisung reduziert werden. Bei der Entnahme von Löschwasser drohen Druckschläge, was zu Leitungsbrüchen führen kann.

Kostenpunkt: 12,7 Mio. Franken

Mit dem neuen Wasserversorgungsplan sollen die Dorfteile Altreu und Haag neu von der Wasserversorgung Selzach versorgt werden. Zentral dabei: Das Versorgungsgebiet wird in eine obere und untere Druckzone geteilt.

Das neue Reservoir «Obere Zone» entsteht im Gebiet Brügglistrasse auf 580 Meter über Meer. Gespeist wird dieses Reservoir über zwei Pumpwerke – eines im Reservoir Altreu, das andere im Reservoir Känelmoos.

Vom neuen Reservoir bis nach Altreu ist eine Versorgungsleitung geplant. Wegen des grossen Höhenunterschieds zwischen Altreu und dem neuen Reservoir soll oberhalb von Haag ein Druckreduzierventil installiert werden. Damit die Versorgungen in der oberen und der unteren Zone zusammengeführt werden können, muss das Leitungsnetz in der künftigen oberen Zone ausgebaut werden.

Der Ausbau, der während eines Jahrzehnts ausgeführt werden soll, kostet insgesamt rund 12,7 Mio. Franken. Allein die erste Bauetappe – die Zonentrennung und der Anschluss von Haag – soll 6,5 Mio. Franken kosten.

In der zweiten Etappe wird Altreu ans Netz angeschlossen. Kostenpunkt: 2,3 Mio. Franken. Für die Netzausbauten in Altreu (dritte Etappe), in der oberen Zone (vierte Etappe) und in der unteren Zone (fünfte Etappe) sind 3,8 Mio. Franken veranschlagt. Allerdings dürfen einzelne Massnahmen erst dann ausgeführt werden, wenn die Schutzzonen überprüft worden sind.

Im GWP, den der Gemeinderat genehmigt hat, ist die Wasserbeschaffung nicht geregelt. «Diese haben wir ausgeklammert, weil die Schutzzonen altrechtlich sind und gewisse Probleme entstehen könnten», erklärte Ingenieurin Balmer. Darum wird die Wasserbeschaffung in einem separaten Projekt geregelt. Der GWP wird während 30 Tagen öffentlich aufgelegt und muss anschliessend vom Regierungsrat genehmigt werden.

Aktuelle Nachrichten