27 Millionen Franken wollte die Solothurner Spitäler AG (soH) in die Sanierung und Erweiterung des Spitals Dornach investieren. 2019 sollte alles fertig sein. Aus dem Ausbau wird aber nun doch nichts, wie die soH am Donnerstag mitteilt. 

Als Grund nennt sie die «herausfordernde finanzielle Situation». Die steigenden Fallzahlen im stationären und ambulanten Bereich des Spitals Dornach würden zwar zeigen, dass das Leistungsangebot der soH von der Bevölkerung im Einzugsgebiet geschätzt werde. Gleichzeitig aber stehe die soH durch den bundesrätlichen Eingriff in den ambulanten Tarif TARMED, den hohen Druck bei den Tarifen allgemein sowie stark gesunkene Beiträge für Leistungsaufträge des Kantons in einer angespannten finanziellen Lage. «Hinzu kommen die Kosten für die Inbetriebnahme des Neubaus Bürgerspital Solothurn», schreibt die Solothurner Spitäler AG. Aufgrund dieser Situation werde «vorderhand auf die bauliche Erweiterung verzichtet». 

Saniert wird aber dennoch. «Die notwendigen Sanierungsmassnahmen in den bestehenden Gebäuden werden planmässig vorgenommen, um für die Patientinnen und Patienten optimale Behandlungs-Bedingungen zu bieten», heisst es.

Das neue Spital Dornach wird so nicht realisiert: Die bestehenden Bauten (grau) und der Neubau (rosa)

Das neue Spital Dornach wird so nicht realisiert: Die bestehenden Bauten (grau) und der Neubau (rosa)

An Strategie festhalten

Die soH betont, dass sie in Zukunft auch unabhängig von den Finanzen für die Bevölkerung in der Region der umfassende Gesundheitsversorger mit 24-Stunden-Notfallaufnahme an 365 Tagen bleiben will. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung würden an ihrer Strategie für das Spital Dornach festhalten.

Die soH und die Orthoklinik Dornach AG haben sich entschieden, die vertragliche Zusammenarbeit bis spätestens Ende 2019 aufzulösen. «Die beiden bisherigen Partner haben so die Möglichkeit, sich gemäss ihren Strategien weiterzuentwickeln», schreibt die soH.

Bereits seit Anfang Mai ist das urologische Angebot am Spital Dornach aufgrund der Nachfrage
mit den beiden Leitenden Ärzten Armin Halla und Matthias Wimmer verstärkt worden. Beide gehören ebenfalls zum Team der Urologie des Universitätsspitals Basel (USB).

Die Chirurgie am Spital Dornach wird ab Sommer 2018 von den beiden Chefärzten
Philippe Marc Glauser und Tom Stierle geführt. Die beiden «ausgewiesenen, sich ergänzenden Fachärzte» werden die ordentliche Nachfolge des langjährigen Chefarztes Peter Vogelbach antreten. 

Philippe Marc Glauser ist breit ausgebildeter Allgemeinchirurg und besitzt fachliche
Schwerpunkte in der Traumatologie und vertieft in der Viszeralchirurgie. Er arbeitete an den Departementen für Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie des Universitätsspitals Basel sowie am Helios Amper-Klinikum Dachau bei München. Neben seiner klinischen bilden die akademische
Lehrtätigkeit und die klinische Forschung an der Universität Basel ein wichtiges Standbein für
Glauser, der zurzeit auch an seiner Habilitation arbeitet.

Der gebürtige Stuttgarter Tom Stierle arbeitete am Universitätsspital Basel, im Bruderholzspital und zuletzt am Kantonsspital Aarau. Er verfügt über eine breite unfallchirurgische Ausbildung besitzt den Fähigkeitsausweis Notfallmedizin SGNOR und den Schwerpunkttitel Allgemeinchirurgie und Traumatologie.

Neben dem chirurgischen wird auch das medizinische Angebot in der Gastroenterologie und in
der Onkologie weiter ausgebaut. (ldu/mgt)