Derendingen
Das neue Leitbild soll die Entwicklung der Gemeinde visualisieren

Mit dem nun vorliegenden Leitbild soll die zukünftige Entwicklung Derendingens in den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr gelenkt werden. Der Gemeinderat hat das Leitbild einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung genehmigt.

Gundi Klemm
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Der Gemeinderat hat das Leitbild einstimmig genehmigt.

Der Gemeinderat hat das Leitbild einstimmig genehmigt.

Felix Gerber

«Wir wollen jetzt zeigen, wie wir uns in den nächsten 15 bis 20 Jahren entwickeln können», betonte Bauverwalter Roger Spichiger namens der Kommission für Gemeindeentwicklung.

Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro SPI und Planerin Susanne Asperger war seit drei Jahren am räumlichen Leitbild gearbeitet worden. Das nun vorliegende Leitbild, das die Bereiche Siedlung und Landschaft sowie Verkehr umfasst, hat inzwischen vielerlei Anregungen in das Ergebnis nach den Vernehmlassungen aufgenommen.

Attraktiver urbaner Standort

In Leitsätzen und Plänen, welche die Zukunft visualisieren, werden Ziele formuliert, die Derendingen als attraktiven, urbanen Standort für die Gebiete Wohnen und Arbeiten wachsen lässt. Eine Verdichtung soll dank ausreichender Reserven innerhalb der bestehenden Bebauungszonen erfolgen, in denen ohne «Baulandhortung» Lücken geschlossen werden.

Der Ortskern längs der Hauptstrasse, für den bereits eigene Gestaltungsprojekte bestehen, soll weiter aufgewertet werden. Für eine Erweiterung von Industrie- und Gewerbezonen steht genügend Gelände längs der Autobahn zur Verfügung.

Gemeinderat Urban Cueni fragte kurz nach der hohen Zahl von Leerwohnungen. Dabei handele es sich zumeist um Altwohnungen, die heutige Wohn-und Ausstattungsstandards nicht erreichen, lautete die Antwort.

Der Verkehr soll sicher und verträglich durch Derendingen geleitet werden, dies in Rücksicht auf den Langsamverkehr. Die bekannten «neuralgischen Knoten» sollen mit entsprechenden Verkehrsmassnahmen gelöst werden. Auch die Einführung von Tempo 30 in den Quartieren ist ein Ziel. «Der direkte Autobahnanschluss wird angestrebt», bekräftigte Spichiger.

Der Rat genehmigte das räumliche Leitbild zuhanden der Gemeindeversammlung einstimmig. Gemeindepräsident Kuno Tschumi hatte zuvor den damit verbundenen grossen Schritt vorwärts gewürdigt, der ihn an den Aufbruch des ländlichen Dorfes vor 40 Jahren erinnerte, als eine Professionalisierung des Gemeindewesens der Entwicklung einen kräftigen Schub verlieh.

Vertrauen in Derendingen

Private Investoren haben erkannt, dass das zentrumsnahe, westlich der Hauptstrasse bis an den Emmekanal grenzende Emmenhof-Areal als Wohngebiet und zu teilweiser gewerblicher Nutzung ein deutliches Potenzial aufweist.

Bereits abgeschlossen wurde ein Architektur-Wettbewerb für das gesamte Gelände, der schützenswerte Gebäude wie den Scolari-Bau (ehemalige Spinnerei, Teigwarenfabrik), Trafohäuschen und das Kleinkraftwerk mit modernen Baukörpern in verschiedenen Stilen verbinden will. Am östlichen Punkt ist ein 12- bis 16-stöckiger Bau vorgesehen, der dank Lage und Aussicht zu einem Highlight im Dorf werden könnte.

Das gesamte Quartier wird über 462 Tiefgaragenplätze verfügen. Das erlaubte Maximum wird wegen der nahen Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr nicht ausgeschöpft.

Die Bebauung, die in den Händen einer Familienaktiengesellschaft – laut Tschumi «ohne Spekulationsabsicht» – liegt, soll etappenweise vermutlich von Nord nach Süd erfolgen.

«Die Investoren werden sehr viel Geld für diese Projekte ausgeben. Das beweist ihr Vertrauen in Derendingen», befand der Gemeindepräsident. Gestützt auf die geraffte Information durch den Bauverwalter verabschiedete der Rat Gestaltungsplan, Teilzonenplan und die quartierbezogenen Wasserentsorgungs- und Erschliessungspläne (GWP und GEP) zur Vorprüfung an das Kantonale Raumplanungsamt.

Öffnung des Schluchtbaches

Der Kanton Solothurn hat die Revitalisierung des Schluchtbaches, der jetzt noch grossenteils eingedolt das Areal durchfliesst, zur Bedingung für die gesamte Neugestaltung gemacht.

Für die Emmenhof-Immobilien AG als künftige Auftraggeberin passt die 240 Meter lange Bachöffnung in die vorgesehene Umgebungsgestaltung dieses Quartiers, die der Bewohnerschaft, aber auch der Öffentlichkeit als natürlicher Freiraum dienen soll. Geplant sind Fussweganbindungen.

Der Gemeindepräsident vermittelte etwas Heimatkunde, indem er das System natürlicher und künstlicher Bachläufe vorstellte, die wie der Schluchtbach ihren Ursprung in einer Ableitung aus der Emme bei Burgdorf haben. Auch mit diesem Gestaltungsplan, den das Raumplanungsamt prüfen wird, war der Gemeinderat einverstanden. Der Zeitplan für Arbeiten am Bach sieht nach einer Orientierung Mitte September die öffentliche Auflage im Januar 2015 vor.