Weshalb die Bürener Fasnacht schon am Neujahrstag beginnt, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Laut einer Sage sollen es die Herren zu Bern den Bürener erlaubt haben, weil nach der Reformation eine Wallfahrtskirche in Oberbüren geschlossen wurde, in der totgeborene Kinder wieder zum Leben erweckt worden waren, um getauft zu werden. Der Wallfahrtstourismus hatte auch der Stadt Büren wirtschaftliche Vorteile verschafft und die Berner Regierung wollte Büren dergestalt entschädigen. Wissenschaftlich untermauern lässt sich die Sage dieser «geschenkten Fasnacht» allerdings nicht. Wie dem auch sei: Seit 1950 beginnt die Fasnacht jeweils am Neujahrstag pünktlich um 05.01 Uhr, so auch letzten Donnerstag, wo sich 25 weiss gekleidete Nasen, darunter 10 Kinder, beim Bahnhof versammelten und mit viel Lärm die Fasnacht einläuteten.

Umzug zog zweimal langsam durchs Stedtli

Nachmittags um 14.31 Uhr begann dann der Fasnachtsumzug durch das Stedtli, angeführt von der Figur des «Nimmerseelig» im Spagat – ein Hinweis auf das Seeländische Turnfest, für das Büren in diesem Jahr als Gastgeber amtet. Hinter dem Bürener Böögg, der schon am nächsten Tag sein Leben in den Flammen lassen musste, sorgten die Houzbrügg-Fäger mächtig für Stimmung. Die Guggenmusik hatte sich dem Thema «Calimero» verschrieben.

Die Familie Maurer & Co nahm mit ihrem Wagen die Umgestaltung im Stedtli und den damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen auf die Schippe. Mit der Parkplatznot machte man gleich kurzen Prozess: Wo nötig, wurde ganz einfach ein Parkplatz hingemalt.

Sehr süss waren die Kinder des Kindergartens in ihren blauen Kostümen, die als Musikanten auftraten – gefolgt von den alles andere als süssen «Schnapslochgeischter» aus Welschenrohr, eine Gruppe mit schaurig schönen Masken, Fellkostümen und einem echt «gfürchigen» Gehabe. Manch einer musste dran glauben und nahm in der von den Geistern mitgeführten Badewanne ein unfreiwilliges Konfettibad.

Aus Biel waren die «Pip-Pop-Clique Buschang» zu Gast, eine grosse, schräge Guggenmusik, verkleidet als Piraten. Der Turnverein Büren machte Werbung für das Turnfest und suchte Helfer, Turner zeigten am mitgeführten Barren einige Übungen.

Eine Mischung aus «Eskimos» und «Terminator» mit Elementen aus Flower Power und 68er Hippies: Die Au-Rugger aus Oberdorf, Baselland, machten grossen Lärm , dahinter verblüfft der Familienclan mit seinem Zirkus. Die Konfettikanone war traditionell auf dem Zunftwagen der Türmliwilerzunft montiert, der später als Six Bunny Bar platziert wurde. Ebenfalls Piraten stellten eine Nachwuchsgugge aus Biel dar, die Note-Tramperli Mett. Der Geräteturnverein sammelte Geld für neue Spielgeräte auf dem Helvetiaplatz, der Wagen diente den Turnerinnen in Flower-Power-Kostümen als Spielwiese.

Aus der Kantonshauptstadt war eine Guggen-Selection der «Altstadt Mutze» angereist. Der FC nahm Geri-Gate und Selfiemania zum Thema und präsentierte einen amüsanten Wagen. Den Abschluss machte eine Gruppe, die als Nonnen verkleidet mit lauten Beats das Thema «Sister Act» aufnahm.

Nach dem Umzug fand erstmals im Rathaus die Kinderfasnacht statt, man war von der Mehrzweckhalle hierher umgezogen. Zwischen 40 und 50 Kinder konnten sich unter der Leitung von Fabienne Suter vergnügen, Spiele spielen und sich anschliessend mit Wienerli und Brot stärken. Im Stedtli wurde derweil an den verschiedenen Bars die Fasnacht weiter zelebriert.