Dornach

Das Kloster Dornach sucht die Aussteiger für 2019

Rückzugsort für zehn Tage: Einen ähnlichen Raum bietet das Kloster für rückzugswillige Kunst- und Kulturschaffende sowie Wissenschaftler an.

Rückzugsort für zehn Tage: Einen ähnlichen Raum bietet das Kloster für rückzugswillige Kunst- und Kulturschaffende sowie Wissenschaftler an.

Im ehemaligen Kapuzinerkloster in Dornach gibt es die Möglichkeit, zehn Tage abzutauchen.

Im Kloster Dornach geht das Projekt «Residency – Aussteigen auf Zeit» ins zweite Jahr. 2018 machten insgesamt 18 Personen von der Möglichkeit Gebrauch, kostenlos in eine spirituelle und kreative Mussezeit ausserhalb des Alltags einzutauchen. Den Anfang machte ein Aargauer, der während seiner Aufenthaltszeit in der ehemaligen Klosterzelle mit dem verheissungsvollen Namen «Aufatmen» tausende Seiten las.

«Die Mitarbeit im Klostergarten oder ein Gastgeschenk ist keine zwingende Plicht, doch unser erster Gast hat uns dann ein Geschenk in Form einer Lesung mit anschliessender Diskussionsrunde gemacht», sagt Barbara van der Meulen, Leiterin des Bereichs Kultur der Stiftung Kloster Dornach.

Inspirationsquelle für die Neuen

«Wir lehnen uns an die klösterliche Tradition an und vertrauen darauf, dass unsere Gabe – Zimmer und Halbpension – in irgendeiner Form zu uns zurückkehrt», präzisiert van der Meulen. Einige der diesjährigen Aussteiger hätten bereits Kunstwerke im Kloster Dornach abgegeben, andere sässen an der Konzeptionierung ihres Beitrages, wiederum andere würden sich musikalisch im Rahmenprogramm einer Ausstellungseröffnung beteiligen. Ab dem 12. April 2019 werden die Gastgeschenke der Aussteiger 2018 im Kloster ausgestellt werden. Hierbei gehe einerseits darum, der Öffentlichkeit einen Einblick in das Projekt zu geben. Gleichzeitig hofft van der Meulen, dass sich die Aussteiger und Aussteigerinnen 2019 von den Werken ihrer Vorgänger inspirieren lassen.

Kunst, Kultur und Wissenschaft

War das Projekt beim Durchgang 2018 offen für alle Interessierten, wurde die Zielgruppe nun angepasst. Das Kloster sucht insbesondere Kunst- und Kulturschaffende: Bis zum 15. November 2018 können sich Kandidaten um einen zehntägigen Aufenthalt in der ehemaligen Klosterzelle bewerben. Gleichzeitig sei es wichtig, zu verstehen, dass es beim Projekt nicht um einen «Artist in residence» gehe.

Es gebe kein Atelier und das Zimmer sei nicht entsprechend ausgestattet. Man wolle – ebenfalls in Anknüpfung an die klösterliche Tradition – auch andere Gruppen ansprechen. «Klöster waren zwar ein Hort von Kunst und Kultur, doch auch von Wissenschaft aller Art, und so hoffen wir, dass sich auch Menschen aus diesem Bereich angesprochen fühlen», sagt van der Meulen.

Logbuch für die Einsiedlerzeit

Das Alter der bisherigen Aussteiger, 12 Frauen und 6 Männer, rangierte zwischen 21 und Mitte 80. «Derjenige Aussteiger, der nicht aus dem Bereich Kultur kam, war auch der Jüngste, ein Auszubildender bei der Deutschen Bahn», so van der Meulen.

Wie es den Aussteigern auf Zeit während ihres Aufenthaltes ergangen ist, halten sie in einem fortlaufenden Gästebuch fest. Eine Art Logbuch der Einkehrerfahrung. Zudem, so erklärt van der Meulen, habe man von jedem Gast ein Vorher-Nachher-Foto gemacht und einen wesentlichen Gedanken aus seiner Einsiedlerzeit erbeten. Auch diese wolle man veröffentlichen.

Das Projekt «Residency – Aussteigen auf Zeit» ist Teil der behutsamen Neu-Belebung des ehemaligen Kapuzinerklosters, welches sich im Besitz der Stiftung Kloster Dornach befindet.

www.klosterdornach.ch

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1