Recherswil

Das Gespräch über das Schulproblem kam nicht in Gang

Gehen bald alle Recherswiler Kinder im Schulhaus in Recherswil zur Schule?

Gehen bald alle Recherswiler Kinder im Schulhaus in Recherswil zur Schule?

Der Recherswiler Gemeinderat will die Motion «Unsere Kinder gehen im eigenen Dorf zur Schule» als nicht erheblich erklären lassen.

Der Gemeinderat Recherswil möchte die Zusammenarbeit mit Obergerlafingen im Schulbereich nicht gefährden. Aus diesem Grund hat er einstimmig beschlossen, der Gemeindeversammlung zu empfehlen, die Motion «Unsere Kinder gehen im eigenen Dorf zur Schule» als «nicht erheblich» zu erklären. Das grösste Problem liege in der Formulierung der Motion, so Gemeindepräsident Hardy Jäggi.

Die Motionäre verlangen, «die notwendigen Massnahmen zu treffen, damit die Kinder von Recherswil den Kindergarten und die Schule bis zur 6. Klasse im eigenen Dorf besuchen können». Dieses Ziel könne nur erreicht werden, wenn der Schulvertrag mit Obergerlafingen gekündigt wird. «Denn die Klasseneinteilung liegt nicht in der Zuständigkeit des Gemeinderates. Es ist die Kompetenz des Schulleiters.» Das Amt für Gemeinden habe deswegen ebenfalls Bedenken geäussert. Zur Debatte stand deshalb sogar, die Motion als ungültig zu erklären.

Gespräch hatte keinen Erfolg

Wie beschlossen hat eine Delegation des Gemeinderates, gemeinsam mit Schuleiter Rolf Caccivio, das Gespräch mit den Motionären gesucht. «Wir haben dort einen Gegenvorschlag präsentiert. Wir garantieren, dass künftig die Kindergartenkinder und die Erst- und Zweitklässler im Dorf zur Schule gehen», erklärte Ressortleiterin Maria Rothenbühler. Dies sei aber vonseiten der Motionäre nicht goutiert worden. «Wir haben uns nicht gefunden und die Diskussion am Schluss abgebrochen», so Rothenbühler weiter.

Rolf Caccivio machte zudem darauf aufmerksam, dass in Obergerlafingen drei Doppelklassen geführt würden, in Recherswil seien es fünf Klassen. «Bei der Klassenzuteilung wurde auch darauf geachtet, dass die Schüler zwei Jahre lang dieselbe Lehrperson haben», erklärte er eines der Kriterien. Wenn die Kinder zwingend in Recherswil bleiben müssen, dann würden die Klassen jedes Jahr umgemodelt.

Nicht zufrieden mit Richtplan

Der Gemeinderat hat seine Stellungnahme zum kantonalen Richtplan verabschiedet. Er zeigte sich nicht zufrieden. Einerseits, weil das räumliche Leitbild der Gemeinde nicht berücksichtigt werde, andererseits aber auch, weil die verwendeten Zahlen veraltet seien. «Der daraus abgeleitete Handlungsbedarf ist überholt», so Hardy Jäggi. Recherswil wachse zudem weit stärker, als es der Kanton ausweise, und die zugestandene Bauzone entspreche nicht dem Bedarf.

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