Aare Seeland Mobil
Das Bipperlisi rüstet für die Zukunft auf

Die Aare Seeland Mobil will beim Bipperlisi einiges verändern. Die Fahrzeit wird kürzer, es gibt neue Züge und bald fährt der Zug auch bis Oensingen. Derzeit läuft jedoch wegen der Kälte nichts auf der Baustelle.

Lucien Fluri
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Fredy Miller auf der Bipperlisi-Baustelle zwischen Flumenthal und Attiswil

Fredy Miller auf der Bipperlisi-Baustelle zwischen Flumenthal und Attiswil

Hanspeter Bärtschi

Die Kälte hat spürbare Auswirkungen bei der Aare Seeland Mobil (asm). Sind die Strassen glatt, verzeichnet der Bahn- und Busbetreiber 10 bis 20 Prozent mehr Fahrgäste. Auch wenn die asm alle diese Passagiere bisher ohne Probleme durch die Kälte befördern konnte: Uneingeschränkt freuen kann sich asm-Direktor Fredy Miller trotzdem nicht.

Seit einer Woche sind die Arbeiten bei der markanten Baustelle an der Umfahrungsstrasse zwischen Flumenthal und Attiswil eingestellt. Und auf der Neubaustrecke zwischen Oensingen und Niederbipp können auch nur Masten gesetzt und Fahrleitungen hochgezogen werden.

«Enorme Aufwertung für die Strecke»

Streckenverlängerung nach Oensingen, Verkürzung der Fahrzeit ab Solothurn und neues Rollmaterial: Die asm baut aus. Ein Grund dafür ist: Auch ausserhalb der kalten Jahreszeit kann die Aare Seeland Mobil mehr Fahrgäste verzeichnen. «Wir haben laufend steigende Passagierzahlen auf der Strecke», sagt Miller. Dazu beigetragen hat auch eine rege Bautätigkeit im Raum Niederbipp/ Oensingen. Dort wird auch ausgebaut: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 erhält Oensingen einen Anschluss an das Streckennetz.

«Mit dem Anschluss an den Schnellzug nach Olten erhält die Strecke eine enorme Aufwertung», ist Fredy Miller überzeugt. Bereits erstellt sind auf der 1,7 Kilometer langen Strecke zwischen Oensingen und Niederbipp die Gleise und Lärmschutzwände. Diese sind notwendig, weil es eine Neubaustrecke ist. Zusätzlich wird zwischen Niederbipp und Oensingen die Haltestelle «Industrie» zu stehen kommen. «Es sind 1000 Arbeitsplätze in diesem Gebiet», sagt Miller. Konkurrenz zum Schnellzug, der ebenfalls stündlich zwischen Solothurn und Oensingen fährt, sieht Miller nicht. «Wir übernehmen die Feinverteilung.»

Neue Kreuzung als Herzstück

Nicht weniger ehrgeizig ist das zweite Ziel: In 25 Minuten soll das Bipperlisi künftig die Strecke zwischen Solothurn und Oensingen zurücklegen. - Momentan beträgt die Fahrzeit zwischen Solothurn und Niederbipp 26 Minuten. Herzstück ist die neue Kreuzungsstelle zwischen Flumenthal und Attiswil. Auf knapp einem Kilometer Länge wird parallel zum jetzigen Gleis ein zweites gebaut. Künftig werden sich die Bipperlisi-Kompositionen nicht mehr in Flumenthal kreuzen, sondern fahrend auf der Doppelspur zwischen Flumenthal und Attiswil. Damit wird die Fahrplanstabilität garantiert. Die Züge müssen nicht mehr im Bahnhof aufeinander warten. Im Bahnhof Flumenthal erfolgen Anpassungen.

Während zwischen Oensingen und Niederbipp noch Leitungen hochgezogen werden, ruhen seit letzter Woche die Arbeiten an diesem Teil der Strecke. Sichtbar sind entlang der Umfahrungsstrasse bereits Teile der Stützmauer, die über 100 Meter lang wird. Seit zwei Wochen ist die zweite Betonbrücke über die Siggern fertiggestellt. Sie ist 28 Meter lang und 4,5 Meter breit. In den Sommerferien wird der Streckenabschnitt vier bis fünf Wochen gesperrt sein. Zwischen Flumenthal und Niederbipp wird ein Bus verkehren. Die Arbeiten kosten rund 10 Millionen Franken.

Neue Fahrzeuge

Zum Ziel von 25 Minuten Fahrzeit tragen auch die neuen Fahrzeugkompositionen bei. Im letzten Jahr haben rote Niederflurzüge die bisherige Bipperlisi-Flotte abgelöst. Fredy Miller ist mit den neuen Zügen zufrieden. «Im Unterhalt sind sie weniger aufwändig. Sie sind aber komfortabler, verfügen über eine Knautschzone und eine Kunststoffschürze.»

Mit den neuen Zügen kann die asm schneller beschleunigen und schneller fahren. Zwischen Flumenthal und Attiswil verkehren die Züge ab Dezember mit 80 statt mit 65 km/h und verhelfen zu einer kürzeren Fahrzeit. An anderen Stellen gibt es dagegen keine Einsparmöglichkeiten: Ab der Station St. Katharinen verkehrt das Bipperlisi als Tram. Dies bedeutet: Fahrt auf Sichtweite und damit nicht mehr als 25 km/h.