Schon vor bald 140 Jahren regten sich in Lohn vereinte Kräfte zur Erstellung einer Bahnverbindung ab Solothurn nach Bern. 1873 beschloss die Gemeindeversammlung von Lohn, sich mit Aktien zu beteiligen. Da aber mit der Zeichnung verschiedene Auflagen verbunden waren und diese nicht erreicht wurden, verlangte Lohn 1880 das einbezahlte Geld zurück. Nur durch Vermittlung des Eisenbahn-Departements in Solothurn gab es das Geld vier Jahre später wieder zurück.

Der zweite Anlauf zum Bau einer Elektrischen Solothurn-Bern (ESB) erfolgte 1899 und war erfolgreich. Es dauerte aber über 17 Jahre bis zur Bahneröffnung im Jahr 1916.

Bucheggberger Gemeinde zeichnete mehr Aktien

Anfänglich plante man, den Namen der Bahnstation in «Lüterkofen-Lohn» anzuschreiben. Obschon der Bahnhof vollständig auf Gemeindegebiet von Lohn gebaut wurde, erfolgte die erste Benennung so, weil die Bucheggbergergemeinde Lüterkofen mehr Aktien gezeichnet hatte als Lohn. 1912 wurde dann die Station in den heute noch geltenden Namen «Lohn-Lüterkofen» umbenannt.

Am 10. April 1916 war es dann so weit: Die Elektrische (ESB) nahm ihren Betrieb auf. Im Verlaufe der Zeit erfuhr die Bahn zwei Namensänderungen. Erst in Solothurn-Zollikofen-Bern (SZB), 1984 dann in Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Auf der Station dienten insgesamt neun Bahnhofvorstände mit verschiedenem Personal für Schalterdienst und den Güterverkehr. Er war lange Jahre für den Güterverkehr durch das Gewerbe und die Landwirtschaft sehr gut frequentiert. Dieser stellte man aber dann vor bald 10 Jahren ein. Seit einigen Jahren wird der Bahnhof nicht mehr persönlich bedient.

Bundesräte unterwegs bei der Neuwahl

Nach der Neuwahl eines solothurnischen Bundesrates ist es Tradition, diesen bei der Rückkehr in seinen Heimatkanton auf dem ersten Bahnhof auf Kantonsgebiet mit einem Fest gebührend zu empfangen. Solche Empfänge gab es in Lohn-Lüterkofen bereits einige Male. 1935 mit Hermann Obrecht, 1940 mit Walther Stampfli und 1983 mit Otto Stich.

Der Bahnhof gliedert sich heute gut in das Neuhüsliquartier mit Wohnungen, Wirtschaft, Läden, Industrie und Gewerbe ein. Heute steigen in Lohn-Lüterkofen täglich rund 750 Personen ein und aus. Die Anschlüsse werden durch die BSU (Busbetrieb Solothurn) bedient, wobei leider die kürzlich eingeführte 15-Minuten-Verbindung der RBS nur alle 30 Minuten einen Anschluss an den BSU-Bus nach Solothurn gewährleistet.

Schon bald ein Hochhaus in Bahnhofsnähe?

In Zukunft ist nach dem Willen des Gemeinderates eine massive Änderung geplant, indem auf der Ostseite des Bahnhofareals in einer Mischzone ein Hochhaus mit 9 Stockwerken gebaut werden soll. Somit könnte der Bahnhof in Zukunft noch mehr als bisher frequentiert werden. Es bleibt zu hoffen, dass dieses in unmittelbarer Nähe ausgeschriebene Bauwerk, auf den inzwischen schön renovieren Bahnhof in schonender Weise Rücksicht nimmt und dieses bald 100-jährige Bahnhofgebäude nicht massiv optisch und von der Baufläche und der unterschiedlichen Bauhöhe verdeckt wird.