Dornach

Das «Bachtelen» des Schwarzbubenlands

Sie freuen sich über den gelungenen Start der Tagesschulen Dornach (v.l.): Bachtelen-Gesamtleiter Karl Diethelm, Regierungsrat Remo Ankli, TaDo-Leiterin Renata Högger und Christof Koch, pädagogischer Leiter. DD

Sie freuen sich über den gelungenen Start der Tagesschulen Dornach (v.l.): Bachtelen-Gesamtleiter Karl Diethelm, Regierungsrat Remo Ankli, TaDo-Leiterin Renata Högger und Christof Koch, pädagogischer Leiter. DD

In Dornach wurden die Tagesschulen (TaDo) mit einer schlichten Zeremonie eröffnet. Für die spezielle Förderung von Kindern im Schwarzbubenland wird damit vieles einfacher.

«Was wir hier am Standort Dornach aus der Taufe heben, hat es in dieser Form im Kanton Solothurn noch nicht gegeben», begann Bildungsdirektor Remo Ankli seine Rede in der Aula des Schulhauses Brühl vor 70 Volksschul-, Orts- und Kantonsvertretern und Sonderpädagogen.

Die Führung einer Regionalen Kleinklasse (RKK) und einer Klasse der Sonderschule für Verhalten (SV) unter dem organisatorischen Dach des Sonderpädagogischen Zentrums Bachtelen in Grenchen, «ennet dem Berg», eröffnet interessante Perspektiven. Perspektiven für die spezielle Förderung von Kindern und Jugendlichen, die bisher vom Schwarzbubenland aus entweder ausserhalb des Kantons Solothurn zur Schule gingen oder im Kanton, aber weit weg vom Elternhaus.

«Wo immer möglich soll ein interdisziplinärer Fokus eingenommen werden, der den Schülerinnen und Schülern zugutekommen soll. Es ist wegweisend, aber auch ein Wagnis, zwei bisher getrennte Bereiche des solothurnischen Bildungswesens an einem Ort zusammenzuführen», sagte Remo Ankli. Er lobte die bekannte und in der Region Grenchen und Solothurn bestens verankerte Institution, «den Schritt auf noch nicht vollständig ausgeleuchtete Pfade» zu wagen.

Früher in Dornach als in Grenchen

Karl Diethelm, Gesamtleiter des Sonderpädagogischen Zentrums Bachtelen, zeigte anhand der 124-jährigen Geschichte des «Bachtelen» auf, dass die Institution Wurzeln in Dornach hatte, bevor sie überhaupt nach Grenchen kam. So eröffnete die St. Josephs-Anstalt, heute Verein Kinderheim Bachtelen, in Dornach im Jahr 1902 das Heim St. Moriz. Aufgegeben wurde dieses mit dem Umzug nach Grenchen 1916.

Statt den Böllerschüssen, mit denen damals eine neue Schule eingeweiht wurde, bereicherte das Duo Heggendorn und Zisman mit Violine und Handorgel die Eröffnung.

Karl Diethelm stellte die TaDo-Leiterin, Renata Högger, vor. Ausserdem wies er darauf hin, dass der Standort Dornach, wie die übrigen Bachtelen-Standorte in Grenchen und Solothurn, nächstes Jahr am 27. August 2016 im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums der Bevölkerung zur Besichtigung offen stehen.

Der Start ist geglückt

Schliesslich stellte Christof Koch, Verantwortlicher für Koordination und Entwicklung im «Bachtelen», «Pädagogische Ideen und bisherige Erfahrungen» in den Raum. Er tat das unter anderem in Form von Fragen, und zwar – «eher unüblich für Sonderpädagogen – zu den Strukturen» und nicht in erster Linie zum Kind: Wie lassen sich die beiden Volksschulabteilungen RKK und SV in eine effiziente und konstruktive Projektform giessen? Ist Konkurrenz ein Thema?

Die ersten Erfahrungen mit dem Aufbau der Regionalen Kleinklasse seit Februar und der Sonderschule für Verhalten seit August seien durchweg positiv. Die Bachtelen-Vertreter lobten die Zusammenarbeit mit Regelschule, Behörden und der Solothurner Spitäler AG – die beiden Klassen der TaDo sind im ehemaligen Personalhaus des Spitals am Spitalweg 2 untergebracht. Insgesamt seien es bisher 11 Kinder und Jugendliche aller Altersstufen, die 13 verschiedene Therapien benötigten.

Christof Koch erklärte: «Beide Angebote, RKK und SV, sind befristete, separative Lösungen. Sie sind beide ein Mittel zur Integration» – für normalbegabte Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten im Verhalten. Noch seien die Verfahren vom Antrag bis zur Verfügung für die RKK «langatmig und wenig praxisfreundlich». Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Erfahrung, die mit der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit gemacht wird, zu einer Straffung der Abläufe beitragen möge.

Sowohl für die Zuweisung in die RKK, wie in die SV, braucht es eine Verfügung des kantonalen Volksschulamtes. Die Verfügung für die RKK wird meistens für eine Zeitspanne zwischen drei und neun Monaten ausgesprochen. Im Bereich SV gilt die Verfügung in der Regel für ein bis drei Jahre.

* Daniela Deck ist Vorstandsmitglied im Verein Kinderheim Bachtelen Grenchen.

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