Langendorf
Das Altersheim möchte erweitern

Ganz offiziell hat der Stiftungsrat des Alters- und Pflegeheims Ischimatt sein Kaufinteresse für den Annex-Bau Stöcklimattstrasse 25 bekundet. Die dort untergebrachte Musikschule müsste umziehen.

Gundi Klemm
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Das «Ischimatt» braucht mehr Raum, um die Zweier- in Einerzimmer umzubauen

Das «Ischimatt» braucht mehr Raum, um die Zweier- in Einerzimmer umzubauen

Hanspeter Bärtschi

Gemeinderat Urs Bentz (CVP), zugleich Präsident der Stiftung Alters- und Pflegeheim Ischimatt (APH), schilderte dem Rat den aus demografischen Gründen grossen Bedarf an Betreuungsplätzen in Heimen, zumal in der Region etliche Einrichtungen geschlossen worden seien. Ausserdem müsse im «Ischimatt» der Umbau der Zweier- auf Einerzimmer, mit dem Ausbau auf 76 Betten, dringend an die Hand genommen werden. «Dies wird einen Investitionsschub von fast 10 Mio. Franken auslösen», so Bentz.

Da sich das neben dem Ischimatt liegende Gebäude im Besitz der Gemeinde befindet, hofft der Stiftungsrat nun auf einen Verkauf, um ohne teure Aufstockung mehr Raum zu gewinnen. Weil der Entscheid dränge, setzte Bentz auf Behandlung dieses Geschäftes an der kommenden Juni-Gemeindeversammlung (GV).

Für Gemeindepräsident Hans-Peter Berger (SP) war dieses Vorgehen dann doch zu überstürzt. Denn immerhin müsste der Umbau von Räumen des Gemeindehauses auf die Belange der Musikschule «sauber» abgewickelt werden, um dem Stimmbürger gemeinsam mit der Verkaufsabsicht vorgelegt zu werden. Um aber im Sinne des Altersheims und seiner Planungssicherheit «vorwärts zu machen», entschloss sich der Rat, der GV vorzuschlagen, den Annexbau Stöcklimattstrasse 25 vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen zu transferieren.

Wenn die GV dem zustimme, würde dem Gemeinderat die Handlungskompetenz zum Verkauf eingeräumt. Seitens der Gemeinde liegt bereits eine Kostenschatzung des Annex-Gebäudes vor, über die aber noch Stillschweigen bewahrt wurde.

«Wir sind super unterwegs»

Rolf Truninger, Präsident der Finanzkommission, und Gemeindeverwalter Kurt Kohl waren sich in der Beurteilung der Jahresrechnung 2011 einig. «Wir sind qualitativ und quantitativ gewachsen». Will heissen: eine leichte Bevölkerungszunahme hat vor allem gute Steuerzahler nach Langendorf gebracht. Zudem ist die Gemeinde von den Folgen der Wirtschaftskrise kaum gebeutelt worden.

Allerdings warnten beide Sprecher vor der Höhe der Verschuldung, die fast dem Jahressteuerertrag von 10,7 Mio. Franken entspricht. Die im letzten Jahr getätigten hohen Investitionen von netto 3,8 Mio., müssten auf jährlich 1,5 Mio. reduziert werden. Truninger empfahl hier einen strengeren Selektionsprozess, um auch die Bankschulden von aktuell 9,3 Mio. zu drücken.

«Die grossen Brocken sind erledigt», war sich der Rat einig. Dank höheren Steuereingängen gegenüber dem Budget um rund 1 Mio. und zahlreichen Kostenunterschreitungen im Betrag von 250000 Franken schloss die Laufende Rechnung bei einem Ertrag von 17,5 Mio. mit einem Überschuss von rund 1,2 Mio. Franken. Einziger Sorgenpunkt bleibt die Entwicklung der Sozialen Wohlfahrt, die erneut Mehrkosten von 200000 Franken verursachte. Der Rat überwies die Jahresrechung einstimmig an die Gemeindeversammlung mit der Massgabe, vom Ertragsüberschuss weitere 785000 Franken auf dem Verwaltungsvermögen abzuschreiben, und (gerundet) je 200000 Franken für die Sek-1-Reform, 2. Etappe, und für das Eigenkapital der Gemeinde zu überweisen.