Dorneck
Dank der Pferdesteuer sind Pferdeäpfel im Dorneck bares Geld wert

In Metzerlen-Mariastein und Bättwil müssen Pferdebesitzer schon seit einiger Zeit für ihre Tiere eine Steuer entrichten. Dafür sorgen die Gemeinden für die Reinigung der Wege.

Simon Tschopp
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Für solche Malheurs werden in Metzerlen und Bättwil Abgaben erhoben.

Für solche Malheurs werden in Metzerlen und Bättwil Abgaben erhoben.

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«Ich finde, es wäre endlich an der Zeit, dass in Gemeinden und Städten für Pferde – nicht für landwirtschaftlich genutzte – auch eine Steuer erhoben wird.» Dies regte eine Frau letzten November in einem Leserbrief an und schrieb weiter: «Denn Pferdehalter sollten für ihr Hobby Steuern zahlen; die Hundehalter zahlen ja auch dafür.» Eine Reaktion liess nicht lange auf sich warten. «Wie kann man auf die Idee einer Pferdesteuer kommen? Pferde mit Hunden zu vergleichen ist unsinnig», entgegnete eine andere Leserbriefschreiberin.

Beitrag an den Wegunterhalt

Solche Diskussionen müssen in Metzerlen-Mariastein und Bättwil nicht mehr geführt werden. Die beiden Dornecker Gemeinden kennen bereits eine Reittiersteuer. Diese wurde in Metzerlen-Mariastein 1995 per Beschluss der Gemeindeversammlung eingeführt – 150 Franken pro Tier und Jahr. Dieser Ansatz gilt noch heute. «Damals zählten wir in unserer Gemeinde 55 Pferde», erinnert sich Gemeindeverwalter Silvio Haberthür. Letztes Jahr spülten 43 Pferde und Ponys 6450 Franken in die Gemeindekasse. Auch für Pferde, die als Zugtiere benötigt werden, ist die Steuer fällig. Das Reglement lässt keine Ausnahmen zu. «Die jährliche Reittiersteuer ist ein leichter Beitrag an den Wegunterhalt», sagt Haberthür.

Mit dem Reiterparadies Mariastein wird die Schwarzbuben-Gemeinde «proportional gross belastet» mit Pferden, konstatiert der Gemeindeverwalter. Bei der Einführung der Steuer habe es Diskussionen gegeben, heute sei sie jedoch akzeptiert. Vereinzelte Pferdebesitzer, die ihre Tiere in einem Stall einstellen, würden sich hin und wieder ärgern, weiss Haberthür. Zwar sind in Metzerlen-Mariastein einzelne Wege mit einem Reitverbot belegt, ein relativ freies Ausreiten sei aber gegeben.

Keine Probleme mehr wegen der Pferdesteuer

«Wegen der Pferdesteuer gibt es keine Scherereien mehr», erklärt Susi Weiss, die Inhaberin des Reiterparadieses. Damit sei Pferdekritikern der Wind aus den Segeln genommen worden. Für sie sei diese Steuer kein Problem, so Weiss. Hingegen kritisiert sie, dass die 150 Franken auch für Pferde bezahlt werden müssen, die nicht viel ausgeritten werden und nicht während des ganzen Jahres ihrem Stall anvertraut sind.

Für Susi Weiss ist klar, dass Pferde die Wege verschmutzen und beeinträchtigen. Die Reinigungsarbeiten, die mit der Reittiersteuer abgegolten sind, übernimmt die Gemeinde. Waldmaschinen belasteten die Wege aber weit mehr als Pferde, fügt Susi Weiss an.

Auch Bättwil verlangt von Pferdebesitzern jährlich 150 Franken pro Tier. Laut Auskunft von Sabine Jung von der Gemeindeverwaltung gibt es auf dem Gemeindegebiet sieben Reitställe. Registriert sind in Bättwil rund 50 Pferde. Die Steuererträge werden benötigt, um die Wege zu reinigen.

«Im angrenzenden Elsass ist es besser.»

Felix Graf, Pächter des Reitsportzentrums St. Jakob in Bättwil, lobt das gute Angebot zum Reiten, auch wenn es nicht perfekt ist. «Im angrenzenden Elsass ist es besser.» Für Graf ist die Reittiersteuer dennoch okay. «Viele Leute, die in diesem Gebiet spazieren, müssen in Kauf nehmen, dass Strassen verschissen sind.» Die Gemeinde sorgt dann wieder für saubere Wege. Wie Susi Weiss findet aber auch Felix Graf nicht in Ordnung, dass selbst für Pferde die ganze Steuer entrichtet werden muss, die mit ihren Reitern die Wege nicht benutzen oder nur ein paar Monate pro Jahr im Zentrum weilen.