Curling

Curling-Weltmeisterin Carmen Küng: «Die Kanadier haben uns angefeuert»

Curling-Weltmeisterin Carmen Küng mit ihrer Goldmedaille (links). Rechts posiert Küng und das gesamte Frauenteam um Captain Mirjam Ott, mit Carmen Schäfer, Janine Greiner, Ersatzspielerin Alina Paetz und Trainer Thomas Lips.

Curling-Weltmeisterin Carmen Küng mit ihrer Goldmedaille (links). Rechts posiert Küng und das gesamte Frauenteam um Captain Mirjam Ott, mit Carmen Schäfer, Janine Greiner, Ersatzspielerin Alina Paetz und Trainer Thomas Lips.

Die frischgebackene Curling-Weltmeisterin Carmen Küng aus Feldbrunnen ist zurück in ihrer Heimat. Doch ausruhen will sie nicht. Bereits am Mittwoch ist sie wieder zur Arbeit erschienen.

29 Jahre hat die Schweiz auf einen Weltmeistertitel gewartet, bis die Curlerinnen in der Nacht auf Montag in Kanada zugeschlagen haben. In einem Finale, das von der Fachpresse als das hochstehendste der Geschichte gelobt wurde, besiegten die Schweizerinnen um Skip Mirjam Ott die Schwedinnen.

Mittendrin Carmen Küng aus Feldbrunnen, die an zweiter Position spielt. Obwohl sie im Final nicht brillierte, wurde sie als beste Second des Turniers gewählt. «Im Final lief es nicht super, aber Carmen (Schäfer) und Mirjam haben gigantisch gespielt. Unglaublich», sagte die Heimkehrerin am Dienstag in der Ankunftshalle des Flughafen Zürich.

Einer der ersten Gratulanten, ja einer der ersten, der an diesem Tag überhaupt zum Empfang erschienen war, war ihr Vater Kurt Küng. Vor einem halben Jahr hätten sie überlegt, ob er mit nach Kanada fliegen soll, und sich schliesslich dagegen entschieden. Er trug sich als Helfer an der am Sonntag beginnenden Männer-WM in Basel ein. «Ich bin es mir schon gräuig», meinte er. Und es sei das letzte Mal, dass er nicht mitgefahren sei, so viel sei sicher. Jetzt kämpft er noch mit einem Schlafmanko, da er jede Nacht aufblieb, um die Spiele seiner Tochter zu verfolgen. «Wir haben immer den Wecker gestellt.»

Gleich wieder zur Arbeit

Carmen Küng war auch müde von den Strapazen, ganz zu schweigen vom Jetlag. Aber sie ging nicht auf das Angebot ihrer Arbeitskolleginnen ein, wenigstens den Mittwoch noch freizunehmen.

Sie wird bei der Männer-WM vorbeischauen. Im Spass sagt sie, dass das Männerteam nun ganz schön unter Druck sei. Dass ein WM-Titel vor Heimpublikum noch grandioser als in Kanada wäre, verneint sie. «Nein, Kanada ist eine Curling-Nation. Nachdem das Heimteam ausgeschieden war, standen sie voll hinter uns. Ein paar haben Hopp Schwiz! gerufen», erzählt sie. In den Läden seien sie sogar erkannt worden.

Nun will die 34-Jährige den Frühling geniessen, einmal nicht auf dem Eis stehen. Bereits in einem Monat haben die Frauen mit Coach Thomas Lips Teamsitzung. Dann wird die Zukunft des Teams diskutiert. Im Idealfall bleibt alles unverändert. Bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. (pp)

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