Biberist
Culturarena kommt doch unter den Hammer

Im August ist es so weit: Die konkursite Culturarena Biberist kommt unter den Hammer. «Gegen das Lastenverzeichnis wurde eine Klage eingereicht. Der Gläubiger beanstandet den Rang seines Guthabens», erklärt René Schöni (Konkursamt Oensingen).

Bruno Utz
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Am Infoanlass vom Dezember 2011 nahmen der alte EKB-Verwaltungsratspräsident Patrick Nützi (l.) und Nachfolger Jürg Schnetzler (r.) teil. bar

Am Infoanlass vom Dezember 2011 nahmen der alte EKB-Verwaltungsratspräsident Patrick Nützi (l.) und Nachfolger Jürg Schnetzler (r.) teil. bar

Ob die von Grundpfandgläubigern im vergangenen März gegründete Event- und Kongresszentrum Biberist AG (EKB) mitbieten wird, ist noch nicht ganz sicher. Die von 10 Aktionären mit dem Mindestkapital von 100000 Franken im vergangenen März gegründete EKB geriet nämlich selber in Turbulenzen. An der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) vom vergangenen Montagabend war sogar die Liquidation der EKB traktandiert.

Diese lehnte die GV zwar einstimmig ab, doch Verwaltungsratspräsident Patrick Nützi – der Zuger Fürsprecher war als unabhängiger EKB-Berater tätig– gab das Präsidium auf und trat per sofort aus dem Führungsgremium zurück. Den radikalen Schnitt vollzog Nützi nach der Zuwahl der Finanzspezialisten Jürg Schnetzler (Zürich) und Thomas Rubli (Zuzwil SG) in den Verwaltungsrat. «Bei der dünnen Eigenkapitaldecke der EKB ist es schwierig für das Gastrounternehmen Kredite aufzunehmen», erklärt Nützi. Er sehe keine Chance, mittelfristig den EKB-Betrieb so rentabel zu gestalten, dass den Aktionären eine Dividende ausbezahlt werden könne. «Zudem besteht erheblicher Investitionsbedarf.»

Nur Absagen von den Banken

Laut dem neuen Verwaltungsratspräsidenten Jürg Schnetzler hat Nützi zehn Banken angefragt und neun Absagen erhalten. «Wir schätzen die Möglichkeiten jedoch anders ein», sagt Schnetzler. Im Gegensatz zu Nützi seien er und Rubli selber Aktionäre. Zudem gehörten sie und die weiteren Verwaltungsräte Eva Fischer (Zürich) und Manfred Kummli (Wetzikon) zu den 56 Culturarena-Gläubigern mit Grundpfandabsicherung. Mitglied des Verwaltungsrats geblieben sei der Jurist und Nichtaktionär Kuno Jäggi (Kappel). Neuerdings arbeite der gesamte Verwaltungsrat ehrenamtlich. Das Betriebskonzept dürfe er noch nicht öffentlich machen. «Vorher wollen wir das Finanzierungsproblem lösen.»

Amman will nicht mitbieten

An der Versteigerung der vom Konkursamt auf 1,965 Millionen Franken geschätzten Culturarena will sich Peter Amman (Solothurn) «sicher nicht» beteiligen. Der ehemalige Verwaltungsrat der Culturarena AG sowie weiterer Gesellschaften, die mit dem ehemaligen Flösserhof früher oder später in Konkurs gingen, unterstützt inzwischen die EKB-Pläne und ist Gründungs-Aktionär.