Es ist ein offensichtliches Zeichen der Frustration, ein signalfarbenes Mahnmal, das da mitten in Aetigkofen an einen immer wieder aufflammenden Familienzwist erinnert. Auf dem Stöckli, das Niklaus Isch renovieren will, steht in grossen, rosarot leuchtenden Buchstaben: «Baustopp. Danke Werner.»

Gemeint ist damit Werner Isch, Cousin von Niklaus Isch und Präsident der örtlichen Baukommission, die das vorläufige Ende der Renovation verfügt hat. Mit dem Baustopp ist Niklaus Isch, ehemaliger Gemeindepräsident von Aetigkofen, überhaupt nicht einverstanden. Das Ganze sei reine Schikane, behauptet er. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Vorwurf dieser Art im Raum steht.

Noch kein neues Haus gebaut

2009 gab Niklaus Isch das Gemeindepräsidium ab, kurz nach der Wahl von Christoph Isch, Sohn des Werner, in den Gemeinderat. Der Tonfall und die «Arroganz» der neuen Räte hätten ihm nicht gepasst, begründete der abtretende Präsident und Besitzer eines Baugeschäfts. Etwas später ereilte ihn ein Brief der Baukommission. Er solle nachträglich ein Gesuch für seinen frisch erstellten Unterstand einreichen, für den er nur teilweise eine Bewilligung hatte. Niklaus Isch fühlte sich schikaniert vom Vater des damals neuen Gemeinderats und heutigen Gemeindepräsidenten.

Jetzt also, mehr als drei Jahre später, zieht die von Cousin Werner Isch präsidierte Baukommission wieder den Zorn von Niklaus Isch auf sich. Er habe nichts Bewilligungspflichtiges unternommen, sagt er, lediglich das Dach und die Innenräume saniert. Zwar habe er geplant, an dem erhaltenswerten Gebäude einige äusserliche Änderungen (sprich zusätzliche Fenster) vorzunehmen, aber dafür werde er, zu gegebener Zeit und nach Rücksprache mit der kantonalen Denkmalpflege, schon noch ein Gesuch einreichen. «Die Baukommission hat Angst, dass ich dort etwas baue», sagt Niklaus Isch. «Wenn es nach denen geht, habe ich vermutlich schon ein neues Haus gebaut.»

Keine Bewilligung nötig

Architekt Markus Schmid von der kantonalen Denkmalpflege bestätigt, dass grundsätzlich keine Baubewilligung nötig sei, wenn ein Haus bloss saniert, aber äusserlich nicht verändert werde. Er betont aber auch, dass es letztlich «Sache der Baukommission ist, zu entscheiden, wofür es eine Bewilligung braucht.»

Werner Isch war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, stellvertretend gab aber Andreas Oberli Balli, Ressortleiter Bau im Gemeinderat, Auskunft. Als das Dach bereits saniert war, habe man eine Besichtigung im Stöckli gemacht und mit Niklaus Isch vereinbart, dass er für künftige Arbeiten ein Gesuch stellen werde. Das sei jedoch nicht geschehen. «Auch wenn äusserlich noch nichts verändert wurde, wollen wir wissen, was genau mit dem Stöckli geschehen soll», sagt Oberli. «Immerhin ist das Gebäude erhaltenswert.» Deshalb soll Niklaus Isch nun ein Baugesuch sowohl für bereits gemachte wie auch geplante Arbeiten einreichen. «Wir gehen davon aus, dass das in Ordnung kommt.»