Zuchwil

Carlo Rüsics steigt für die SVP ins Rennen ums Gemeindepräsidium

Carlo Rüsics

Carlo Rüsics

Der Wahlkampf um das Gemeindepräsidium in Zuchwil ist definitiv lanciert. Am Freitagabend nominierte die SVP als dritte Ortspartei ihren Kandidaten: Carlo Rüsics tritt gegen Stefan Hug (SP) und Stephan Schöni (FDP) an, um Gilbert Ambühl zu beerben.

Den grössten Handlungsbedarf sieht Rüsics bei der finanziellen Situation Zuchwils. «Wir müssen die finanzielle Misere beenden.» Es brauche mehr Disziplin bei den Ausgaben, damit sich die Steuerspirale nicht weiter nach oben drehe.

Seit vergangenem August sitzt Rüsics im Gemeinderat, wo er zuletzt den Verkauf des Sportzentrums und die Streichung des erhöhten Beitrags an das Zentrum Kind und Jugend forderte. «Als Zeichen des echten Sparwillens» würde er nach einer Wahl seinen eigenen Grundlohn um eine Lohnklasse reduzieren. «Sollte dies rechtlich nicht möglich sein, würde ich den Betrag zweckgebunden der Gemeinde zurückerstatten.» Die erste Amtshandlung sei ei Einführung einer wöchentlichen, zweistündigen Sprechstunde für die Einwohner.

«Bin ein Brückenbauer»

Carlo Rüsics ist in Zuchwil aufgewachsen, absolvierte die Handelsschule und eine Weiterbildung in Betriebswirtschaft an der höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule in Olten. Er ist geschieden. «Beruflich war ich mehrheitlich im Export von Schweizer Qualitätsprodukten tätig.» Von 2010 bis 2012 war der 44-Jährige Verkaufsdirektor einer Vertriebsgesellschaft für Lebensmittel in den USA. Heute arbeitet er Teilzeit als Servicemitarbeiter in der Gastronomie sowie als Lehrer in verschiedenen Bildungsinstituten.

Mit seinem beruflichen Hintergrund verbinde er die Eigenschaften der beiden anderen Kandidaten. «Stephan Schöni präsentiert sich als Mann der Industrie und der Wirtschaft, Stefan Hug ist Beamter und Lehrer - ich bin aber ein Mann aus dem Volk und für das Volk.» Durch sein Alter sei er ein Brückenbauer zwischen den Generationen, und dank den ungarischen Wurzeln kenne er die multikulturelle Zuchwiler Bevölkerung. «Ich kann meinen Migrationshintergrund positiv mit einbringen.»

Ehemals in der CVP politisiert

Mit dem politischen Gemeindebetrieb in Kontakt kam Rüsics erstmals 1991 als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission - es folgten Finanzkommission, Schulkommission und Baukommission. Zudem war seit 2004 bereits einmal Ersatzgemeinderat. Damals allerdings in den Reihen der CVP, für die er auch für die Kantonsratswahlen kandidierte. Den Parteiwechsel zur SVP begründet er mit der «Inkonstanz der CVP, die zu stark in der Mitte politisiert». Zudem sei er nicht durch und durch ein «freisinniger Wirtschaftsmensch», verfechte aber direkte Demokratie, Föderalismus und das Subsidiaritätsprinzip. So sei als neue Heimat nur die SVP infrage gekommen.

Eine Gemeindefusion, wie sie Zuchwil derzeit abklärt, kommt für Carlo Rüsics nicht infrage. «Dass der Lebensraum zusammenwächst, ist eine Tatsache, aber eine Fusion ist eine staatlich gelenkte Massnahme, die mir nicht bekommt.» Er respektiere aber den Entscheid der Bevölkerung. Als Gemeindepräsident, so sagt Rüsics, müsse man verschiedene Hüte tragen und könne nicht in erster Linie Partei-, sondern müsse Sachpolitik betreiben.

Die Wahl zum neuen Gemeindepräsidenten findet am 14. April statt.

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