Büren

«Büren ist dort, wo man nie vorwärts kommt»: Plakat-Vernissage zum Fasnachtsstart

Markus Schär (links) zusammen mit Jean Marmier, der die Plakette bereits zum siebten Mal gestaltet hat.

Markus Schär (links) zusammen mit Jean Marmier, der die Plakette bereits zum siebten Mal gestaltet hat.

Im voll besetzten Rathaussaal fand die Plaketten-Vernissage zur Bürener Fasnacht Anfang Januar statt.

In den letzten Jahren wurde es an der Plaketten-Vernissage, die jeweils im Rathauskeller stattgefunden hat, eng, da sich der Anlass am 11. 11. zunehmender Beliebtheit erfreut. Daher wurde der «Nimmerseelig» nun in den Rathaussaal transportiert, damit ihn Gemeindepräsident Rolf Wälti dort befreien konnte. «Fasnachtsvater» Markus Schär, der wie jedes Jahr seine satirische Rede hielt, erklärte: «Wenigstens hat er jetzt noch fünf Minuten Freude.»

Gemeinderat verharrt in Schockstarre

Denn wie immer war der Gemeinderat von Büren das Thema Nummer eins. Markus Schär sagte, dass sich das Gremium in einer «Schockstarre» befinde, da politisch in den letzten 12 Monaten gar nichts gelaufen sei. «Büren ist, medizinisch gesagt, im künstlichen Koma.» Wenn der Gemeinderat jeweils zusammenkommt, müssten sich die Mitglieder immer kurz vorstellen. «Die haben so wenig Sitzungen, dass sie sich gar nicht mehr kennen.»

Von Greta bis Brexit – lokale und internationale Politprominenz

Für die Teilnahme an der Plaketten-Vernissage haben sich laut Schär einige Personen entschuldigt. So probe beispielsweise die Gemeindepräsidentin von Arch für ein Trauer-Requiem, «was wir verstehen, wenn man Gemeindepräsidentin von dort ist». Auch Heinz Siegenthaler, der – obwohl nicht gewählt – zum dritten Mal in den Nationalrat nachgerutscht ist, war ein Thema. «Als er geheiratet hat, wurde er auf Anhieb gewählt, da er nur eine Stimme brauchte.» In seiner Rede beschäftigte sich Markus Schär aber auch mit der Klima-Erwärmung und dem Brexit. Und auch Greta Thunberg war Thema.

«Ä grosse Wurf?»

Die Plakette, die bereits zum siebten Mal vom Bürener Grafiker Jean Marmier gestaltet worden ist, zeigt einen Würfel, flankiert von zwei Figuren, bei denen die eine gut und die andere schlecht gelaunt ist. Markus Schär erklärte, was es mit dem Thema «Ä grosse Wurf?» auf sich habe und stellte fest, dass weder den Kirchen, den Wirten, den Gewerbetreibenden, noch den Politikern «ä grosse Wurf» gelungen sei. Auf die vier Verkehrs-Kreisel bezogen erklärte er: «Büren ist dort, wo man nie vorwärtskommt, weil man sich immer im Kreis dreht.» Zwar habe es neue Läden gegeben, unter anderem auch eine Filzwerkstatt, «dabei gibt es in Büren schon genug Filz».

Kornkreis gab zu reden – die Ausserirdischen waren da

Der Satire-Redner fragte sich zudem, warum man vom gross angekündigten Fest auf der Holzbrücke, das im vergangenen Sommer hätte stattfinden müssen, nichts mitbekommen habe. «War das ein Stummfilmfestival oder fand es gar unter Wasser statt?» Zum Thema machte Markus Schär auch den Kornkreis, der Mitte Jahr schweizweit für Schlagzeilen sorgte. Die Ausserirdischen hätten beim Anflug wohl gedacht: «Was für ein idyllischer Ort hinter dem Mond.»

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