Zur Infrastruktur auf dem Attisholz-Areal gehört auch eine Unterkunft für die beschäftigten Arbeiter. Laut Lothar Kind, Geschäftsführer der Attisholz Infra AG, sind die Mitarbeiter, die auf dem Areal Attisholz Süd beispielsweise den Holzplatz räumten, seit einem Jahr auf der Südseite der Aare in einem Gebäude untergebracht. «Wir wissen nicht, was der Kanton mit seinem Gelände macht. Plötzlich müssten wir nach einer anderen Lösung für die Unterbringung suchen. Da wollen wir lieber jetzt schon aktiv werden.»

Im «Azeiger» ausgeschrieben ist eine zeitlich begrenzte Umnutzung von Büro- und Laborräumlichkeiten zu einer Arbeiterunterkunft. Bauobjekt ist das ehemalige Laborgebäude am Rand des Areals Attisholz Nord. Dieses eigne sich gut, weil bereits eine Infrastruktur vorhanden ist. Einzig einige Mauern müssten eingezogen werden, damit im Erd- und Obergeschoss Zimmer eingerichtet werden können. Neben einer Küche wird auch ein Aufenthaltsraum angeboten. Das Gebäude ist bereits an der Heizung angeschlossen.

Die Abbauarbeiten der Attisholz Infra AG konzentrieren sich auf die Nordseite. Deshalb mache eine Unterkunft auf der Nordseite aus praktischen Gründen Sinn. «Die Arbeiter werden rund zwei Jahre mit dem effektiven Rückbau beschäftigt sein», sagt Kind. Der Rückbau wird von spezialisierten Unternehmen durchgeführt. «Wir hatten rund ein Dutzend Offerten aus ganz Europa. Auch eine Schweizer Firma war mit dabei.» Ausgeführt werden die Arbeiten, wie schon die Vorarbeiten, voraussichtlich von spanischen Fachleuten. Mit welcher Firma aber ein Vertrag abgeschlossen wird, sei noch unklar. Trotzdem werden auch Schweizer Firmen beteiligt sein. So entsorge die Vigier AG den Bauschutt. Das Elektrische wiederum besorge die AEK.

Abbruch auf der Südseite

Auch auf der Südseite wird abgebrochen. Der Kanton plant den Abbruch des Maschinengebäudes der Kläranlage, die nicht mehr in Betrieb ist. «Unser Ziel ist es, die Gebäude möglichst gut zwischenzunutzen und das Risiko zu minimieren», erklärt dazu Guido Keune, Leiter Immobilien und Projektentwicklung beim kantonalen Hochbauamt. Auf dem Areal des Kantons auf der Südseite sei kein Gebäude mehr in Funktion mit Ausnahme einer Trafostation. Einzelne Gebäude seien in ganz schlechtem Zustand. Ein Ingenieurbüro habe nun jedes Gebäude auf Risikofaktoren beurteilt und ein Konzept erstellt. Sukzessive würden einzelne Gebäude rückgebaut.

Wie der Abbruch des Maschinengebäudes werde jeder weitere Abbruch publiziert. Für eine Zwischennutzung seien nur Lagerflächen von Interesse, sagt Keune. Ob einzelne Gebäude künftig eine Verwendung finden, sei unklar. Zuerst müsse der Teilzonen- und Erschliessungsplan erstellt werden, bevor dazu eine Aussage gemacht werden könne.