Sie hat noch keinen Deziliter Traubensaft einlagern können, ja nicht einem eine Rebe pflanzen können. Die Rede ist von der Schiller Weinbaugenossenschaft Bucheggberg. Sie wurde 2011 gegründet, mit dem Ziel, Schillerwein zu produzieren. Vor kurzem fand die Generalversammlung der Genossenschaft statt. Dort setzte man sich das Ziel, im Herbst die Öffentlichkeit zum weiteren Vorgehen zu informieren.

Vor einem Jahr berichtete diese Zeitung von den Schwierigkeiten der Weinbaugenossenschaft, im Bucheggberg Rebfelder bestellen zu können. Der Kanton sistierte die Bearbeitung von Baugesuchen der Weinbaugenossenschaft. Er wollte den rechtlich ähnlich gelagerten Fall des Genossenschaftsprojekts «Mühlegarten» der Gemeinschaft Kirschblüte in Lüsslingen-Nennigkofen abwarten.

Dort sind die Würfel gefallen. Das Bundesgericht hat den Abriss der Folientunnel auf Landwirtschaftsland entschieden. Die drei Baugesuche für die Erstellung von Rebbaugebieten im Bucheggberg wurden aber bereits von der Genossenschaft zurückgezogen.

Zu Plan B weitergeschritten

«Diskutieren darf man, ob die Schiller Weinbaugenossenschaft die Rebanlage selber betreiben darf», sagt dazu Manfred Küng, Anwalt, Gemeindepräsident von Kriegstetten und Winzer. Aber inzwischen wolle man diese Schiene nicht weiter verfolgen, erklärt der Präsident der Genossenschaft.

Im Fokus sei die andere Schiene. Gesucht werden Landwirte, die auf ihrem Land Reben aufziehen und Wein produzieren wollen. «Wir wollen mit einem oder mehreren Landwirten ins Gespräch kommen.»

Mit einem Landwirt seien die Verhandlungen schon weit gediehen, absolviere dieser doch auch eine entsprechende Ausbildung. «Ich meine: Ist eine Parzelle landwirtschaftstauglich, dann kann der Landwirt eine Rebbauanlage erstellen, ohne dass weitere Baugesuche nötig sind.»

Diese Ansicht von Manfred Küng ist noch nicht erhärtet. Aber er hat zumindest vom Kanton eine gewisse Unterstützung bei diesem Vorgehen, wie das Amt für Raumplanung bestätigt.

Ab 2015 soll angepflanzt werden

«Man darf nicht vergessen, die Investitionen sind hoch und man wartet einige Jahre auf einen rechten Ertrag», erklärt Küng weiter. Und genau hier will die Schiller Weinbaugenossenschaft helfen und mitreden. «Wir sorgen für Sponsoren und helfen mit Genossenschaftsgeldern.» Diese Punkte seien in Abklärung. «Da ist die Tinte unter den Verträgen noch nicht trocken.» Über den Sommer wolle die Weinbaugenossenschaft die Grundlagen erarbeiten, damit im Herbst organisatorisch alles geregelt ist. «Auf 2015 sollen die Reben in die Erde kommen.»

Bei den Zielen der Schiller Weinbaugenossenschaft ist Manfred Küng nicht zurückhaltend. Volkswirtschaftlich Sinn mache nur eine Produktion im grossen Stil, «sonst bleibt es ein Hobby.» In der Schweiz kenne er jedenfalls keinen Weinbauern, der Absatzprobleme mit Schillerwein habe.