Aetigkofen
Bucheggberger Lan-Party wird Schauplatz für Filmdreh

Die Bucheggberger Veranstaltung Butterlan schreibt ein weiteres Kapitel Geschichte. Sie wird zur Bühne für die Eröffnungssequenz einer Filmproduktion.

Simon Binz
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LAN-Partys werden im Bucheggberg schon seit Jahren erfolgreich durchgeführt. Wie hier im 2011.

LAN-Partys werden im Bucheggberg schon seit Jahren erfolgreich durchgeführt. Wie hier im 2011.

Hansjörg Sahli

Man nehme mehrere Computer, schliesse diese über ein Netzwerk zusammen und spiele gemeinsam Computerspiele. Schon hat man eine Lan-Party. Auch die Butterlan ist eine solche Veranstaltung. Vor rund zehn Jahren sind die Verantwortlichen mit sechs Teilnehmern in den Lan-Zirkus der Schweiz eingestiegen. Keiner hätte damals gedacht, dass sich die Butterlan mit heute über 200 Teilnehmern zu einer der grössten Lan-Partys der Schweiz entwickeln würde. Im Oktober wird das Jubiläum gefeiert. Jetzt schon über die «Butterlan 10» zu berichten, wäre aber etwas verfrüht.

Neuigkeiten gibt es trotzdem: Kommendes Wochenende wird die «Butterlan 9s» stattfinden. Der Anlass ist laut Facebook-Seite «eine private Sonderedition, einzig für geladene Gäste, die als langjährige Mitglieder und Freunde der Butterlan die Veranstaltung massgeblich mitgeprägt haben».

Blick auf das Teilnehmerfeld
10 Bilder
Die Einen spielen, die Andern schauen zu
Auch mit der Xbox wurde gegamet
Bei Nacht wie bei Tag – 24 Stunden zocken
Lan-Party in Lüterkofen - Butterlan 9
Auch in der Nacht wurde gegamet
Es waren auch mehrere Frauen nach Lüterkofen gereist
Mehrere Teilnehmer waren als Gruppe angemeldet
In der Bar wurden teils Liveübetragungen geschaut
Geschlafen wurde auch gleich in der Halle

Blick auf das Teilnehmerfeld

Tobias Wiget

Der Anlass wird in der Aetigkofer Turnhalle, dem langjährigen Zuhause der Butterlan, im kleinen Rahmen mit «nur» 60 Besucher, durchgeführt. Zudem, und das ist die eigentliche Neuigkeit, wird die Butterlan bei einer Filmproduktion mitwirken. «Am 17. Mai gegen 22 Uhr wird ein Filmteam in Aetigkofen eintreffen, um einige Szenen zum Film ‹Lowbird› zu drehen», verkündet das Butterlan Organisationskomitee.

«Störfaktor» soll gering sein

«Wir drehen in Aetigkofen die Eröffnungssequenz unseres Films. Dort stellen wir den Hauptdarsteller und seine Tätigkeiten vor», sagt Dominik Fehr, Regisseur, Produzent, Autor und Drehbuchschreiber zugleich.
Die Frage drängt sich auf, ob die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Statisten mitwirken werden? «Ich wählte bewusst eine Lan-Szene, also werden sicherlich einige Teilnehmer im Hintergrund zu sehen sein. Da sie ihrer üblichen Tätigkeit nachgehen, ist es aber falsch von Statisten zu sprechen», sagt Fehr.

Kurzbeschreibung des Films Lowbird

Als Frankie in sein Auto steigt und nach Hause fährt, ahnt er nicht, was alles auf ihn zukommt. Was anfangs noch wie eine normale Fahrt nach Hause aussieht, gestaltet sich immer mehr zu einer wilden Achterbahnfahrt ohne Ziel. Schliesslich muss sich Frankie seinen tiefsten Träumen und Wünschen stellen und entscheiden, welchen Weg er wirklich gehen möchte.

Mitwirkende: Erik Denz (Frankie), Thorsten Becker, Gianfranco Piccione, Lukas Fehr, SaMa Shine, Michèle Schaps, Carlos Rosal, Daniel Toggenburger, Emmanuel Obi, Benjamin Beine, Max & Perry, Olivia Gasche, Claudia Aerni, Nadja Bähler, Sheila Stein u. a.

Regie/Autor/Drehbuch/ Produzent: Dominik G. Fehr (facebook)

Er räumt auch gleich mit Bedenken auf: «Jeder hat natürlich das Recht, nicht gefilmt zu werden.» Auch der «Störfaktor» soll möglichst gering sein. Er hofft darum, die Dreharbeiten innerhalb von zwei Stunden im Kasten zu haben. Probleme, beispielsweise wegen Drehbewilligungen, sollte es keine geben. Fehr hat seine Hausaufgaben gemacht: «Für die Innenaufnahmen genügt eine Einwilligung des Veranstalters.» Bei Aussenaufnahmen hätte man im Voraus eine Bewilligung bei der Gemeinde einholen müssen, weiss der Thurgauer.

Win-Win-Situation

Warum ein Hobby-Regisseur wie Fehr gerade auf die Lan-Party im kleinen beschaulichen Bucheggberg stösst, ist schnell erklärt: «Die Organisatoren waren die einzigen, die auf meine Anfrage reagierten», sagt er mit einem Schmunzeln. Die Zusage zum Dreh habe er schnell bekommen. «Bedingung war, dass der Film in keinem Zusammenhang mit Gewaltspielen steht.» Fehr sieht den Dreh als Win-Win Situation. Die Butterlan werde, wenn der Vertrieb klappe, einem breiten Publikum präsentiert und im Gegenzug dürfe er mit seiner Crew kostenlos filmen.

«Gesamthaft haben wir ein Budget von zirka 150 000 Franken. 20 000 Franken davon in Form von flüssigen Mitteln», sagt Fehr. Er ist zwar mit seinen 30 Jahren noch ein Küken im Filmgeschäft, konnte aber in der Vergangenheit schon mehrmals beweisen, dass er durchaus Ambitionen hat. Sein grösster Erfolg ist ein Award für den Kurzfilm «This one Day» am internationalen New Yorker Film Festival 2012. Auch der neue Film werde wiederum an verschiedenen Filmfestivals eingereicht. Vorgesehen sind das amerikanische Festival Sundance, das Filmfestival Cannes sowie die Berlinale.

Premiere ist geplant

Ob der Film auch im Kino erscheinen wird, steht aber laut Fehr noch in den Sternen. «Wir streben einen Kino-Absatz vor, jedoch ist dies nur mit einer entsprechenden Vertriebsorganisation realisierbar.» Eine Premiere für alle Mitwirkenden werde es aber geben und er hofft, dass dann auch die Gamer mit dabei sein werden. «Vor 2014 wird dies aber kaum der Fall sein», sagt Fehr.

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