BSU/RBS
BSU kauft neue Busse in Deutschland - Bellacher Hess AG ist enttäuscht

Der Entscheid des Busbetriebs Solothurn und Umgebung (BSU), elf neue Busse von Mercedes und nicht vom Bellacher Busbauer Hess zu kaufen, sorgt für Unmut.

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Blick in die Hess AG in Bellach.

Blick in die Hess AG in Bellach.

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«Es darf und kann nicht sein, dass wir einer Firma, die im Kanton Solothurn Steuern zahlt und Hunderten von Leuten einen Arbeitsplatz gibt, eine Absage erteilen», schreibt etwa ein Leser unserer Online-Ausgabe. «Unser Team hätte die Busse gerne geliefert und wir sind natürlich enttäuscht», gibt sich seinerseits Alex Naef, Chef der Carrosserie Hess AG in Bellach, zurückhaltend. Weiter will er sich nicht dazu äussern. «Das ist ein Unternehmensentscheid der BSU, den wir akzeptieren.» Noch im Jahr 2000 zog die Firma Hess einen damaligen Kaufentscheid ebenfalls zugunsten von Mercedes vor die kantonale Schätzungskommission, allerdings erfolglos.

Euro begünstigt Mercedes

Ulrich Bucher, Präsident des BSU-Verwaltungsrates, erklärt, dass ein Auftrag in dieser Grössenordnung international nach Gatt/WTO-Regeln ausgeschrieben werden müsse. Demnach gelten gleich lange Spiesse für alle und «der Preis sei in einer solchen Submission ein wichtiges Kriterium». Und da sei Hess mit seiner Offerte rund 10 Prozent höher gelegen. Dies entspreche in etwa dem Wechselkurs-Nachteil. Der schwache Euro macht die Busse der deutschen Mercedes-Tochter EvoBus beim Import in die Schweiz entsprechend günstiger.

Auftrag für insgesamt 35 Busse

Alex Naef weist im Zusammenhang mit den Kosten pro Sitz und der Abschreibungsdauer noch auf eine andere Problematik hin. Wäre es grundsätzlich nicht sinnvoll, im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung für ein qualitativ langlebigeres Produkt nicht auch eine längere Abschreibungszeit zuzulassen, fragt er. Im konkreten Fall hätten maximal zwei Jahre gereicht. Die Logik dahinter: Bei einer längeren Abschreibungsdauer sinken die Kosten pro Sitz. Dann wäre Hess dabei gewesen, bestätigt Bucher. Eine unterschiedliche Abschreibungszeit für die Anbieter sei aber nach den Submissionsregeln nicht möglich.

Der Kauf der 11 Normbusse durch den BSU für 3,8 Millionen Franken erfolgte zusammen mit dem Schwesterunternehmen Regionalverkehr Bern Solothurn (RBS). Dieses hat ihrerseits
24 Mercedes-Busse bestellt. Bereits 2012 kaufte der RBS 4 Mercedes-Gelenkbusse, die nun der BSU mietet, erklärt RBS-Sprecherin Fabienne Thommen. (FS)