Sprayereien in rot-blau
Breitenbacher Kirche wurde erneut Opfer von Vandalismus

Unbekannte verschmutzten am Wochenende die Wände der Fridolinskapelle in Breitenbach. Die Polizei schliesst einen Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und dem Brandanschlag auf die Bibel vor zwei Wochen nicht aus.

Sebastian Schanzer
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Das Entfernen der Schriftzüge kostet laut Polizei mehrere Tausend Franken.

Das Entfernen der Schriftzüge kostet laut Polizei mehrere Tausend Franken.

zvg

«Das muss jetzt endlich aufhören», sagt Dieter Künzli, Gemeindepräsident von Breitenbach. «So etwas ist beschämend für die ganze Gemeinde.» Anlass der Aufregung sind verschmierte Fassaden an der Fridolinskapelle im Südosten des Dorfes. Dort haben Unbekannte in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Wände mit roten und blauen Schriftzügen voll gesprüht. Zudem wurde die Kapellentüre mit einem Feuerzeug angeschwärzt. Gemäss Polizeimeldung entstanden Schäden von mehreren Tausend Franken.

Wer steckt dahinter?

Vor rund zwei Wochen erst machte ein ungewöhnlicher Vandalenakt in der katholischen Kirche in Breitenbach von sich reden (die bz berichtete). Unbekannte zündeten das öffentlich aufliegende Evangelien-Buch an und rissen dann mutwillig Blumen ab, die sie in der Kirche verteilten. Über Täter und Motiv kann die Solothurner Kantonspolizei auf Anfrage noch nichts sagen. Sie hofft weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Dass mit der Fridolinskapelle nun wieder ein Gebäude der katholischen Kirche Opfer eines Vandalenaktes wurde, ist für die Polizei kein zwingender Hinweis, dass die gleiche Täterschaft dahinter steckt. Thomas Kummer, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, sagt dazu: «Wir behandeln die Vorfälle getrennt voneinander. Einen Zusammenhang kann man aber nicht ausschliessen.» Künzli sieht im Vorfall vor zwei Wochen eine «andere Qualität» als bei diesen Schmierereien. Er vermutet jugendliche Täter hinter den Sprayereien.

Weder der katholische Pfarrer von Breitenbach noch der Kirchgemeindepräsident waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. In ihrer neusten Pfarrblatt-Ausgabe fragt sich die Kirchgemeinde Breitenbach aber bezüglich Brandanschlag auf ihre Bibel: «War es jugendlicher Leichtsinn, pure Langeweile oder war es ein gezielter Akt?»

Belohnung für Hinweise

Ob gezielt oder nicht, Künzli möchte jeden Vandalismus in seinem Dorf in Zukunft verhindern. Deshalb wurde gestern an der Gemeindeversammlung in Breitenbach über allfällige Massnahmen diskutiert. Künzli könnte sich beispielsweise vorstellen, dass eine Belohnung für Hinweise ausgeschrieben würde. Dies hätte laut Künzli die Folge, dass die Angst, entdeckt zu werden, steige.

Auf die Vandalenakte wird zudem Anzeige erstattet, sodass die Täter von der Polizei strafrechtlich verfolgt werden können. «Ich möchte niemanden kriminalisieren, aber solche Dummheiten müssen bestraft werden», sagt Künzli. Statt einer Busse könne er sich auch gemeinnützige Arbeit für die Täter vorstellen. Vielleicht bringe sie dies noch rechtzeitig zur Vernunft.

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