Biberist
Braucht es einen Emmesheriff?

Abfall, Alkohol, Vandalismus, Lärm und fehlende Kinderstube: Eine Interessensgruppe diskutierte am Workshop «Projekt Träffpunkt Ämme» über Massnahmen, um Konflikte an der Emme zu vermeiden.

Marlene Sedlacek
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Bei Sonnenschein wird die Emme zum Spielplatz.

Bei Sonnenschein wird die Emme zum Spielplatz.

Hanspeter Bärtschi

Mit Bedacht betitelte Martin Blaser, Gemeindepräsident von Biberist, die Einladung zum Workshop «Projekt Träffpunkt Ämme». Er möchte nicht von einem Littering-Projekt sprechen, sondern die positiven Seiten der neu gestalteten Emmelandschaft hervorheben. Er freut sich, dass sich die Emme zum Bade-, Grill- Spiel- und Tummelplatz für Jung und Alt entwickelte. Es liegt ihm viel daran, den «Träffpunkt Ämme» zu pflegen und zu erhalten.

Aus diesem Grund hat der Gemeindepräsident auf Initiative der Standortförderungskommission Behörden- und Kommissionsvertreter der Emmegemeinden und Anwohner zur Diskussion über die Thematik Emmelandschaft eingeladen.

Abfall, Alkohol und Vandalismus

Die regen Gespräche in sieben Arbeitsgruppen drehten sich tatsächlich grösstenteils um Abfall, Alkohol, Vandalismus, Lärm und fehlende Kinderstube. Ein weiteres Thema war die Überwucherung der Uferzonen mit invasiven Neophyten. Erfolgsfaktoren waren für die Teilnehmenden das schöne Naherholungsgebiet, das zum Spazieren und Verweilen einlädt, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt und die Möglichkeit, dort gemeinsam feiern zu können.

Professionelle Unterstützung

Zum Workshop hinzugezogen wurden die Perspektive Region Solothurn-Grenchen und die Schweizerische Gesundheitsstiftung Radix. «Die Perspektive hat zwar als Schwerpunkt Suchtmittel», erklärte René Henz. Doch dies stehe oft im Zusammenhang mit Littering, Vandalismus und Lärm, erklärte er. Die Organisation Radix kann mit ihrem nationalen Projekt «Die Gemeinden handeln» auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen. «Wenn verschiedene Interessensgruppen an der Lösungsfindung teilhaben, werden die Massnahmen von der Projektgruppe getragen und können erfolgreich umgesetzt werden», führte Corinne Caspar als Erfolgsrezept des Projektes «Die Gemeinden handeln» an.

Am Ende der Veranstaltung fehlte es nicht an Verbesserungsvorschlägen. Eine Gruppe regte die Gründung eines Vereins der Emmefreunde an. Dieser könnte sich für die Förderung positiver Verhaltensmuster einsetzen. Auch ein «Emmesheriff», der Aufklärungsarbeit leisten und in freundschaftlicher Weise an die Eigenverantwortung appellieren würde, war im Gespräch.

Eine andere Gruppe forderte, notfalls eine härtere Gangart anzuschlagen und das Litteringgesetz rigoros durchzusetzen. Einige Teilnehmende wünschten sich, dass man über Kantons- und Gemeindegrenzen hinweg besser miteinander kommuniziert und Erfahrungswerte austauscht. Ein einheitliches Konzept würde sicher auch zu einer Lösung der Probleme beitragen, vermutete eine Teilnehmerin.

Massnahmen erarbeiten

Die Ergebnisse des Workshops sollen nicht im Sand des Emmeufers verlaufen. Die Perspektive und Radix werden einen Bericht über die zusammengetragenen Ideen und Anregungen zuhanden der Standortförderungskommission verabschieden. «Die Kommission wird Ziele und Massnahmen definieren», erklärte Henz.

Vom Mai bis September 2015 soll die Massnahmeplanung umgesetzt werden. Anschliessend wird eine Erfolgsanalyse über die Wirksamkeit der Vorkehrungen Aufschluss geben.