Zuchwil
Brand im «Kings-Club»: Früher wurde im Gebäude gespeist und Theater gespielt

Hunderte von Schaulustigen beobachteten am Sonntagabend in Zuchwil die Löscharbeiten am denkmalgeschützten «Kings-Club». Ältere Zuchwiler erinnern sich an ihr ehemaliges Gasthaus Linde.

Fränzi Rütti-Saner
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Am Sonntagabend brannte mitten in Zuchwil das Kings Pub, früher das Restaurant Linde. Um 1920 spielte im Saal des Hauses, das im Jahr 1899 gebaut wurde, der Jünglingsverein.

Am Sonntagabend brannte mitten in Zuchwil das Kings Pub, früher das Restaurant Linde. Um 1920 spielte im Saal des Hauses, das im Jahr 1899 gebaut wurde, der Jünglingsverein.

kps/Alfons Vitelli

Über siebzig Feuerwehrleute aus Zuchwil, Derendingen und Solothurn löschten am Sonntagabend den Brand des «Kings-Clubs» in Zuchwil, des ehemaligen Restaurants Linde. Das Feuer war aus bisher unbekannten Gründen im obersten Stockwerk des Hauses ausgebrochen. Der Sachschaden beträgt schätzungsweise einige hunderttausend Franken. Ein Mann musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Spitalpflege gebracht werden.

Der "Kings-Club" in Zuchwil brennt
12 Bilder
Der Rauch war von weitem sichtbar.
Die Polizei sperrte die Hauptstrasse ab.
Der Brand brach im Dachstock aus; ein Mann wurde ins Spital gebracht.
Auf der Rückseite des brennenden Gebäudes
Um 16.28 Uhr wurde der Alarm gemeldet.
Die Feuerwehr Zuchwil war mit rund 70 Einsatzkräften vor Ort.
Die Feuerwehr Zuchwil vor Ort.
Gegen 23 Uhr trat immer noch eine grosse Menge Rauch aus dem Dachstock aus.
Die Bekämpfung des Brandes gestaltete sich schwierig.
Die Feuerwehr Zuchwil im Grosseinsatz.

Der "Kings-Club" in Zuchwil brennt

Kapo SO

Der Fall weckt bei Alteingesessenen wehmütige Erinnerungen. «Früher war das unsere Linde. Eine schöne und gute Dorfbeiz. Im Saal im ersten Stock wurden Dorftheater geboten», erinnert sich beispielsweise der Zuchwiler Alfons Vitelli. Der Jünglingsverein habe dort jeweils zum Theaterspektakel eingeladen.

In den späten Siebziger Jahren wurde das Haus dann verkauft und die Dorfbeiz rentierte immer weniger. «Damals war ich wohl das letzte Mal im Haus drinnen», erinnert sich Vitelli.

Unter Denkmalschutz

Aktuell sei im Gebäude im Parterre ein Pub eingerichtet gewesen, im ersten Stock eine Art Animierbar und darüber «gewisse Etablissements», sagt Peter Baumann, Abteilungsleiter Bau und Planung, vorsichtig. Doch er hält fest: «Das Haus steht unter Denkmalschutz.» Und zwar sei es als «Kulturobjekt geschützt, kommunal» eingestuft. Das bedeutet: «Wer an diesem Haus etwas bauen oder verändern will, muss die kantonale Denkmalpflege konsultieren.»

Baumann sagt zudem: «Das Haus aus dem Jahr 1899 hat Jugendstilcharakter.» Über die derzeitigen Besitzverhältnisse weiss Baumann nicht allzu viel. «Ich weiss nur, dass es derzeit einer Zuchwiler Immobilienfirma gehört.»

«Wir sagen immer noch «die Linde», wenn wir ‹Zuchler› von dieser Liegenschaft sprechen», schildert Alfons Vitelli die enge Verbundenheit. «Ich erinnere mich auch noch, dass neben dem Gebäude eine sogenannte französische Kegelbahn stand.»