Luterbach/Riedholz
Borregaard-Areal: Arbeiten in Luterbach, Wohnen in Riedholz

Nachdem die Masterpläne für das Nordareal und das Südareal des Borregaard-Areals stehen, sind die beiden beteiligten Gemeinden gefordert. Sie werden räumliche Teil-Leitbilder für die Areale unter Einbezug der Bevölkerung erarbeiten.

Urs Byland
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Peter Kohler, Gemeindepräsident von Riedholz, und Michael Ochsenbein, Gemeindepräsident von Luterbach

Peter Kohler, Gemeindepräsident von Riedholz, und Michael Ochsenbein, Gemeindepräsident von Luterbach

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«Es macht nicht Peng, und wir haben 400 bis 800 neue Riedhölzer und 600 bis 1000 neue Arbeitsplätze», beruhigt Peter Kohler; Gemeindepräsident von Riedholz. Das sei eine Entwicklung, die zwei bis drei Jahrzehnte beanspruche. So lange, rechnen die Verantwortlichen, wird es dauern, bis die angestrebte Mischnutzung zum Tragen kommt. Dabei sieht der Masterplan einen Wohnanteil von 30 bis 50 Prozent vor, Kultur und Gastronomie belegen 8 Prozent des Areals, 20 bis 30 Prozent Dienstleistung und Büros sowie 15 bis 25 Prozent das Gewerbe.

Trotzdem legt sich Kohler für seine Gemeinde ins Zeug, denn das Nordareal unten an der Aare sei für Riedholz ein weisser Fleck. Die gesamte Infrastruktur, Wasser, Abwasser, Strom, usw. für die diversen Industriegebäude sowie die Privathäuser rundherum gewährleistete die Zellulosefabrik. Nun würden die Einwohner von Riedholz möglicherweise fürchten, was sie erwartet, so Kohler. Denn der weisse Fleck unten an der Aare braucht eine Basiserschliessung. Das strapaziere die Finanzen enorm. Alleine das bereits vorhandene Projekt einer Abwasserkanalisation rechnet mit Kosten von 3,3 Millionen Franken. Hinzu kommen weitere Bedürfnisse wie Schulraum.

Vermögende Besitzer gesucht

Kohler hofft, dass zuerst die Villen auf dem Nordareal vermögende Besitzer finden, sodass dann etwas (Steuer-)Geld fliesst, welches helfen soll beim Entwickeln des Nordareals. Es sei aber nicht so, dass nur vermögende Schichten anvisiert würden. Im eigentlichen Industrieareal, das mit dem Abriss einzelner Gebäude zweigeteilt wird, finden auch weniger Vermögende Wohnraum.

Eine Villa auf dem Nordareal

Eine Villa auf dem Nordareal

Hansjörg Sahli

Peter Kohler ist zuversichtlich. Er hat die Planung der letzten zwei Jahre mitverfolgt und sagt klar: «Wir stehen zur geplanten Arealentwicklung.» Die Probleme seien zusammen mit der Grundeigentümerin Attisholz Infra AG lösbar. Und das Gebiet an der Aare werde künftig auch Bedürfnisse der Riedhölzer befriedigen, ist Kohler überzeugt. «Sie müssen es nur merken.»

Mitgift für Fusion

Ungleich komfortabler ist die Situation für Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein. Er darf von Steuergeldern der unzähligen Firmen träumen, die sich auf dem grössten freien und erschlossenen Industrieareal der Schweiz niederlassen wollen. Gut möglich, dass Luterbach mit dieser «Mitgift», so Ochsenbein, Solothurn ein paar Fusionsmeter näher gerückt ist. Sorgen macht er sich, dass die Fläche des Südareals ebenso gross wie das Siedlungsgebiet von Luterbach ist. «Wir wollen ein Dorf und nicht zwei Dörfer.» Als erste Massnahme soll nach der Erarbeitung des Teilleitbildes beim Bahnhof ein Übergang zum Südareal
entstehen.