Buchegg
Blumenhaus will mehr Platz für behinderte Mitmenschen schaffen

Immer deutlicher zeichnet sich ein Mangel an Betreuungsplätzen für erwachsene Behinderte ab. Das Blumenhaus Buchegg reagiert und will anstelle des alten Hochstudhauses inmitten des heutigen Areals ein modernes Gebäude errichten.

Gundi Klemm
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«Für dieses Projekt setzten wir uns ein»: Hansruedi Wüthrich (ganz links), Architekt Martin Frei, Ruedi Bieri, Architekt Ueli Blaser, Blumenhaus-Leiter Roger Schnellmann und Baukommissionspräsident Claude Barbey.

«Für dieses Projekt setzten wir uns ein»: Hansruedi Wüthrich (ganz links), Architekt Martin Frei, Ruedi Bieri, Architekt Ueli Blaser, Blumenhaus-Leiter Roger Schnellmann und Baukommissionspräsident Claude Barbey.

Gundi Klemm

Schon längere Zeit beschäftigte sich der Vorstand des Trägervereins Blumenhaus Buchegg mit den verschiedenen Möglichkeiten. Es sollen innerhalb des Areals Blumenhaus 30 Betreuungsplätze für erwachsene Menschen, die nicht allein leben können, geschaffen werden. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder neu gebaut und der heutige Liegenschaftswert macht über 30 Mio. Franken aus. Diese Tätigkeit zeige auch, dass der Trägerverein den Anforderungen der Zeit stets weitsichtig entsprach. Inzwischen aber ist die Nachfrage nach Heim- und Beschäftigungsplätzen für älter werdende Behinderte deutlich gestiegen.

An einer öffentlichen Informationsveranstaltung orientierten Vorstand und die für dieses Vorhaben berufene Baukommission, unter dem Präsidium des Grenchner Stadtbaumeisters Claude Barbey, über das Projekt sowie Kosten und Termine. Insgesamt 27 Personen wollten mehr wissen.

Blumenhaus-Leiter Roger Schnellmann rief kurz die Bedeutung der 1942 gegründeten Institution in Erinnerung. Das Blumenhaus sei mit 125 Mitarbeitenden der inzwischen grösste Bucheggberger Arbeitgeber. Im Heim würden Kinder und Erwachsene mit unterschiedlichsten Handicaps gepflegt und gefördert. Der jährliche Gesamtaufwand umfasst 13 Mio., die sich in 10.4 Mio. für den Personalaufwand und 2.6 Mio. für den Sachaufwand aufteilen.

Hochstudhaus ersetzen

Die Architekten Ueli Blaser und Martin Frei, die an der baulichen Weiterentwicklung im Blumenhaus schon mehrfach beteiligt waren, stellten ihre Machbarkeitsstudie vor. Zur Diskussion gestellt wurden der Umbau des charakteristischen Hochstudhauses und ein etwas unterhalb im Gelände gelegener Neubau.

Die Verantwortlichen entschlossen sich nach Abwägung aller Voraussetzungen für einen Neubau, der das bisherige Hochstudhaus ersetzt. Die bereits kontaktierte Denkmalpflege des Kantons Solothurn unterstützt diesen Entscheid. Auch der Kanton selbst bewilligt in der künftigen Übernahme der Monatspauschalen 27 dauerbelegte Zimmer und 2 Notfallzimmer für hier übergangsweise untergebrachte Patienten. Entstehen soll ein dreistöckiges Gebäude mit Sockelgeschoss, das die Niveauhöhen von Park- sowie Pausenplatz einbezieht. Erschlossen wird das Gebäude mit kleiner Cafeteria und Innenhof sowohl durch einen Lift als auch durch Treppen. Für die Architekten war wichtig, dass die Gebäudehöhe fünf Meter unter der bisherigen Firsthöhe des bestehenden Hochstuddaches bleibt.

«Kein Blindflug»

Als Vizepräsident des Trägervereins betonte Hansruedi Wüthrich, dass es sich bei der Finanzierung des Projektes «für unsere grundsolide Institution» keinesfalls um einen «Blindflug» handele. Zum kalkulierten Kostenrahmen von 10,1 Mio. kann der Verein aus Eigenmitteln 2 Mio. Franken einbringen. 3 Mio. Franken sind jetzt bereits als Bankdarlehen zugesichert. Zur Deckung der Lücke von 5 Mio. Franken ist durch ein Patronatskomitee eine Spendenaktion ins Leben gerufen worden. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass dieser Lebensraum, in dem Behinderte alt werden dürfen, breite Unterstützung findet», so Wüthrich.

Gemäss Baukommissionspräsident Claude Barbey soll nach der Auflage des Gestaltungsplans im Mai das Baugesuch im Oktober eingereicht werden. Der Baubeginn ist im Februar 2014 vorgesehen – so könnte der Bezug im Frühling 2016 möglich werden. Als Sprecherin der Buchegger Bevölkerung weckte die Künstlerin Veronika Medici, die noch als einzige Mieterin in ihrem Bilderbühnen-Atelier im Hochstudhaus arbeitet, Erinnerungen an Gründerin Elly Dora Geigenmüller und den früheren Heimbetrieb. «Das charakteristische Dach wird uns hier zwar fehlen, aber dem neuen Projekt traue ich viel zu, weil es zur Lösung der Behinderten-Problematik beiträgt.»

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