Logischerweise laden die Jurablick-Blasmusikanten andere Blaskapellen zu ihren Blaskapellen-Treffen ein. Bei der 6. Ausgabe stiess mit den Ambassador Pipes and Drums ein etwas anderer Klangkörper dazu. Nicht etwa aus der Not, wie man glauben könnte. Der Grund waren nicht andere Blasmusiktreffen, sondern ganz einfach das Bestreben nach Abwechslung. Auf die Formation ist man gestossen, weil sie nur ein paar Dutzend Meter entfernt ihr Übungslokal benutzt.

Männer und Frauen gemeinsam

Sie spielt die Great Highland Bagpipe. Gemeint ist jenes Instrument, das wir gemeinhin als Dudelsack bezeichnen. Geblasen wurde das Instrument von sechs Personen beiderlei Geschlechts. Begleitet wurden sie durch einen Drummer auf der passenden Drum. Die Geschlechtsunterschiede werden durch die traditionelle Kleidung verwischt. Die ist komplett in Schwarz gehalten. Dadurch kommen die natürlich solothurnischen rot-weissen Krawatten und Kordeln zur Geltung. Mit zwei eingeschobenen Auftritten verschaffte sich die erst 2011 gegründete Formation ganz sicher Sympathien.

Als Gastgeber eröffneten die Jurablick-Blasmusikanten natürlich das Treffen selber. Die 1998 gegründete Truppe steht unter der Leitung von Fritz Jenzer. Der steht aber nicht als Dirigent vor der Formation. Als Vollblut-Euphonist sitzt er im Register und juckt nur jeweils auf, wenn Handzeichen gefordert sind. Alle Musizierenden haben von ihrem Wohnort Sicht auf die Jurahöhen. Daher lässt sich der Name erklären. Sie spielen wirklich aus Freude und pflegen ein eher breites Repertoire. So passte mit «Ein kleines Rendez-vous» von Peter Schad ein gefälliger und bewusst bedacht gespielter Tango durchaus. Mit Kurt Gäbles «Wir Musikanten» eröffneten sie ihren Anlass und doppelten mit «Mährische Geschichten» nach. Mehr als nur eine Fingerübung für die Klarinettisten gab die «Sacvicka-Polka» her. Mit der «Annafest-Polka» von Siegfried Rundel bedankte sie sich für den Applaus.

Im Gegensatz zu den Gastgebern spielen die Lochbrünneler ausschliesslich auf Blechinstrumenten. Dadurch unterscheidet sich natürlich auch etwas die Klangcharakteristik der Formation. Sie wurden 1980 gegründet und sind stolz auf ihren lückenlosen Besuch aller IG-Wettbewerbe seither. Die meisten Mitglieder spielen in der Musikgesellschaft Farnern, der sie sich bezüglich Auftritten und Proben vollständig unterordnen. Dass sie zu den beliebtesten Blaskapellen gehören, machten sie mit einer Auswahl bekannter Kompositionen deutlich. Aus ihrem Repertoire wählten sie mit «Ein Strauss Melodien» (Ladislav Kubes) oder «Auf der Vogelwiese» (Ernst Mosch) Kompositionen bekannter Grössen. Dass auch andere komponieren können, wurde mit «Böhmische Gedanken» von Alexander Pfluger oder mit «Kirschblütenzauber» von Very Rickenbacher klargemacht.

Böhmisch und mährisch

Als jüngste und gleichzeitig grösste der drei Blaskapellen sorgten die Chüelibach-Musikanten für einen tollen Abschluss. Die 2003 gegründete Formation steht noch immer unter der Leitung ihres Gründers Erich Egger. Sie bekennt sich klar zur böhmischen und mährischen Blasmusik und gehört in diesem Fach zu den besten in der Schweiz. Ein Beispiel für ein spontanes Solo gab Walter Schwab auf der Trompete in «Nächtliche Tränen» von Miroslav Kolstrunk. Zu zweit gaben auch Arthur Houmard und Hanspeter Bach bei «Schnick und Schnack», einer Polka für zwei Klarinetten, ein grossartiges Beispiel ab.