Horriwil

Bis Ende März können die Horriwiler das neue Leitbild der Gemeinde mitgestalten

Im Zentrum hat die Gemeinde Bauland, das verkauft und überbaut werden soll.

Im Zentrum hat die Gemeinde Bauland, das verkauft und überbaut werden soll.

Diskussionen um das räumliche Leitbild zeigen verschiedene Meinungen auf. Einige wollen die Gemeinde lieber ländlich halten, während andere darauf hoffen, dass die Gemeinde durch das neue räumliche Leitbild ein wenig moderner wird.

Erst wenn ein räumliches Leitbild erarbeitet und von der Gemeindeversammlung genehmigt ist, kann eine Gemeinde eine neue Ortsplanung anpacken. In Horriwil wurde die Mitwirkung am Donnerstagabend eröffnet.

Vorgestellt wurde das räumliche Leitbild von Uriel Kramer (Planer, w+h AG, Biberist). Das Leitbild werde von übergeordneten Vorgaben wie beispielsweise dem Raumkonzept Schweiz oder den Agglomerationsprogrammen mitbestimmt. «Wir müssen übergeordnetes Recht und Vorgaben übernehmen.»

Eine der wichtigsten Aussagen stehe im Kapitel «Bevölkerungsentwicklung». Obwohl der Kanton mit einem Bevölkerungsrückgang für Horriwil rechne, sei der Gemeinderat der Meinung, dass die Gemeinde auch künftig weiter wachsen werde.

«Es wird mit einer Einwohnerzahl von 1000 Personen bis ins Jahr 2030 gerechnet», so Kramer. «Diese Zahl macht Sinn», ergänzte Gemeindepräsident Franz Schreier. Die Infrastruktur in der Gemeinde sei auf rund 1000 Leute ausgelegt.

Damit diese Einwohnerzahl dereinst erreicht werden kann, sollen die freien einzelnen Grundstücke innerhalb des Gemeindegebietes überbaut werden. Die verdichtete Bauweise entlang der Hauptstrasse soll beibehalten und allenfalls neues Bauland in der Rüttimatt entwickelt werden.

«Macht das Sinn?»

Lange und teilweise auch kontroverse Diskussionen gab es nur bei einem einzigen Thema. Es ging dabei um die Bereiche Siedlungsqualität, um das Ortsbild und den Ortskern. Der Gemeinderat möchte die freie Fläche im Zentrum überbauen.

Dabei soll, und so steht es auch im räumlichen Leitbild, «moderne Architektur» möglich sein. Eine eigentliche Zentrumsplanung und ein neuer Gestaltungsplan sollen die Möglichkeiten aufzeigen.

«Wieso will man ausgerechnet im Dorfzentrum das heutige Konzept durchbrechen und anders bauen als im restlichen Dorf», fragte eine der Anwesenden. Und eine andere Einwohnerin fand, dass das Dorfzentrum auch Begegnungszone sein müsse.

«Da darf man nicht einfach einen riesigen ‹Bunker› hinstellen.» Was denn mit «moderner Architektur» genau gemeint sei, wurde gefragt. Andere fanden die moderne Stossrichtung gut. «Das heisst ja nicht, dass es ein Glasbau sein muss.»

Kontrovers diskutiert wurde auch die Idee im Zentrum Seniorenwohnungen zu bauen. Den meisten Horriwilern ist bewusst, dass Wohnraum für Senioren fehlt. «Wenn wir den Senioren die Möglichkeit bieten, im Dorf bleiben zu können, verlassen sie ihre Häuser eher.

Und so gibt es mehr Wohnraum für Familien und junge Leute», erklärte Franz Schreier das Konzept. Andere fanden, dass Horriwil für alte Menschen kein geeigneter Wohnort sei, weil es keinen Laden und keine Post mehr gebe.

Auch sei es so, dass viele der älteren Menschen eine neue Wohnung nicht zahlen könnten und deshalb in eine andere Ortschaft ziehen, wo sie eine günstige Wohnung finden.

«Situation jetzt überdenken»

Zwar nicht für lange Diskussionen, aber doch für einiges Stirnrunzeln sorgte der Abschnitt «Landwirtschaft». In Horriwil gibt es heute noch acht Vollerwerbs- und zwei Nebenerwerbsbetriebe.

Drei Betriebe liegen im Siedlungsgebiet. Dort, wo Tiere gehalten werden, könnten sich Probleme mit den FAT-Abständen (lufthygienerechtliche Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen) ergeben.

Planer Uriel Kramer empfahl deshalb den anwesenden Landwirten, sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen. «Mit der Ortsplanung kann eine Situation allenfalls verbessert werden.»

Die Anwesenden wiederum fanden, dass die Landwirtschaftsbetriebe kein Problem seien, schliesslich wohne man ja auf dem Land und wisse, dass es auch ab und zu nach Land rieche.

Dem stimmte Kramer zu, erklärte aber, dass die Gesetze sich verändert hätten und die Bauern in der Pflicht seien, sollte es Reklamationen wegen Geruchsemissionen geben.

Zur Kenntnis genommen wurden die weiteren Bereiche des räumlichen Leitbildes: etwa der Verkehr, die Umwelt oder die Bereiche wie Wald und Natur und Landschaft.
Die Mitwirkung zum räumlichen Leitbild dauert bis zum 24. März. Eingaben sollten schriftlich erfolgen.

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