Bis 2025 will die bernisch-solothurnische Kebag eine komplett neue Entsorgungsanlage in Betrieb nehmen - auf ihrem heutigen Areal in Zuchwil, neben dem bestehenden Gebäude. Der Neubau wird die dannzumal rund 50-jährige Anlage ersetzen, die 1976 in Betrieb genommen wurde. Diesen Zeitplan nannte Kebag-Direktor Markus Juchli am Mittwoch an der Generalversammlung in Olten.

Die Planung für eine Ersatzanlage sei in vollem Gang, teilte Juchli mit. Eine Machbarkeitsstudie war der erste Schritt in Richtung «Kebag 2025». Ziel ist es, bis 2018 die Baubewilligung zu erhalten und 2021 mit dem Bau zu beginnen. Die Bauzeit wird vier bis fünf Jahre beanspruchen. Die Kebag rechnet mit Kosten von rund 450 Mio. Franken. Dank den bereits getätigten Rückstellungen würden die Entsorgungspreise trotz dieser grossen Investition voraussichtlich auf heutigen Niveau bleiben, stellte Juchli den 188 bernischen und solothurnischen Aktionärs- und Vertragsgemeinden der Kebag in Aussicht.

Der Direktor nannte einige Eckpunkte des Neubauprojekts. Dieses wird drei Ofenlinien umfassen (eine weniger als die heutige Anlage). Die Emissionswerte sollen um 50 Prozent tiefer liegen als die heutigen Vorgaben der Luftreinhalteverordnung. Die Anlage soll sich durch einen hohen Energie- und Wertstoffrückgewinnungsgrad auszeichnen. Die Vorlage eines Gesamtprojekts werde frühestens im Jahr 2016 möglich sein, teilte Juchli mit.

Gewinn von fast 5 Mio. Franken

Finanziell war die Kebag im letzten Jahr gut unterwegs. Nachdem sie im Jahr 2012 erstmals einen Verlust (von rund 700 000 Franken) vermelden musste, konnte Kebag-Direktor Markus Juchli den Aktionären für das Geschäftsjahr 2013 einen Gewinn von 4,84 Millionen Franken bekannt geben. Für diese erfreulichen Zahlen nennt die Kebag-Führung - neben der Vollauslastung der Anlage bei der Kehrichtentsorgung- zwei Gründe:

• Zum einen konnten die Einnahmen im Bereich Fernwärme von 1,6 auf 2,1 Millionen Franken erhöht werden. Dank dem Ausbau des Fernwärmenetzes und dem eisigen Februar 2013 konnte die Kebag deutlich mehr Fernwärme liefern als im letzten Jahr.

• Zum anderen produzierte die neue Dampfturbine, die im Herbst 2012 in Betrieb genommen wurde, im vergangenen Jahr 161 GWh Strom, was der Kebag Einnahmen von 9,3 Mio. Franken einbrachte.

Name lautet nur noch «Kebag AG»

Die GV in Olten genehmigte einstimmig eine vom Verwaltungsrat vorgelegte Statutenänderung. Diese beinhaltet auch eine Änderung des Firmennamens: Bisher lautete dieser «Kehrichtbeseitigungs-AG (Kebag)», neu nennt sich die Firma nur noch «Kebag AG». Heute stehe nicht mehr die Beseitigung der Abfälle im Vordergrund, sondern deren Verwertung in Form von Energie und Wertstoffen, lautet die Begründung. (mgt/cva)

Als vierte Kehrichtverwertungsanlage in der Schweiz ist die Kebag mit dem Klimacharta-Label des Verbands der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) ausgezeichnet worden. Der Walliser Nationalrat und VBSA-Präsident Yannick Buttet (links) überreichte das Label gestern im Rahmen der Generalversammlung an Kebag-Direktor Markus Juchli (rechts) und Verwaltungsratspräsident Christoph Fankhauser (Mitte). - Das Label zeichnet Anlagen aus, die sich im Klima- und Ressourcenschutz besonders engagieren. Kriterien sind die CO2- Bilanz der Anlage und der Grad der Wertstoffrückgewinnung aus dem Abfall (zum Beispiel Eisen, Kupfer und Zink). Konkret muss der «CO2-Fussabdruck» der Anlage weniger als 150 kg CO2 pro Tonne Kehricht betragen. Bei der Verbrennung von einer Tonne Abfall fallen naturgemäss rund 1,3 Tonnen CO2 an. Durch die Produktion von Strom und Fernwärme lässt sich dieses CO2 kompensieren. So lieferte die Kebag im letzten Jahr 82,4 GWh Fernwärmeenergie, das bedeutet eine Einsparung von über 8,8 Millionen Liter Heizöl. Die CO2-Menge, die bei der Verbrennung des Öls entstanden wäre, wird der Kebag gutgeschrieben. Für die Wertstoffe, welche die Kebag aus der Schlacke und der Filterasche zurückgewinnt, erhält sie zudem Bonuspunkte. Für das Label sind 133 Bonuspunkte notwendig. Mit 134 kg CO2 pro Tonne und 146 Bonuspunkten hat die Kebag beide Kriterien erfüllt. Sie ist - nach Hagenholz Zürich, der KVA Monthey und der KVA Thurgau - die vierte von 29 Kehrichtverwertungsanlagen in der Schweiz, die das VBSA-Klimacharta-Label erhält. (mgt)

Kebag mit dem Klimacharta-Label ausgezeichnet

Als vierte Kehrichtverwertungsanlage in der Schweiz ist die Kebag mit dem Klimacharta-Label des Verbands der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) ausgezeichnet worden. Der Walliser Nationalrat und VBSA-Präsident Yannick Buttet (links) überreichte das Label gestern im Rahmen der Generalversammlung an Kebag-Direktor Markus Juchli (rechts) und Verwaltungsratspräsident Christoph Fankhauser (Mitte). - Das Label zeichnet Anlagen aus, die sich im Klima- und Ressourcenschutz besonders engagieren. Kriterien sind die CO2- Bilanz der Anlage und der Grad der Wertstoffrückgewinnung aus dem Abfall (zum Beispiel Eisen, Kupfer und Zink). Konkret muss der «CO2-Fussabdruck» der Anlage weniger als 150 kg CO2 pro Tonne Kehricht betragen. Bei der Verbrennung von einer Tonne Abfall fallen naturgemäss rund 1,3 Tonnen CO2 an. Durch die Produktion von Strom und Fernwärme lässt sich dieses CO2 kompensieren. So lieferte die Kebag im letzten Jahr 82,4 GWh Fernwärmeenergie, das bedeutet eine Einsparung von über 8,8 Millionen Liter Heizöl. Die CO2-Menge, die bei der Verbrennung des Öls entstanden wäre, wird der Kebag gutgeschrieben. Für die Wertstoffe, welche die Kebag aus der Schlacke und der Filterasche zurückgewinnt, erhält sie zudem Bonuspunkte. Für das Label sind 133 Bonuspunkte notwendig. Mit 134 kg CO2 pro Tonne und 146 Bonuspunkten hat die Kebag beide Kriterien erfüllt. Sie ist - nach Hagenholz Zürich, der KVA Monthey und der KVA Thurgau - die vierte von 29 Kehrichtverwertungsanlagen in der Schweiz, die das VBSA-Klimacharta-Label erhält. (mgt)