Am Mittwochmorgen ging bei den Zügen der Aare Seeland Mobil (asm) (fast) gar nichts mehr. Das «Bipperlisi» stand zwischen Solothurn und Wiedlisbach still - vereiste Fahrleitungen waren schuld.

«Es war eine spezielle Situation», sagt Fredy Miller. Der asm-Direktor ist seit fünf Jahren dabei, in diesem Ausmass habe er das aber noch nie erlebt. 

Anstelle mit Zügen wurden die Passagiere mit Bussen transportiert. Schon am frühen Morgen hat die asm mit dem Enteisen begonnen. «Wir haben versucht, die Leitungen mit alten Fahrzeugen zu enteisen», erklärt Miller. Diese hätten ein anderes Stromabnehmerprofil und wären imstande, die vereisten Leitungen aufzukratzen. «Und das hat erstaunlich gut funktioniert.»

Ab zirka 9 Uhr hätten die Zugkompositionen dann wieder normal verkehren können.

Tiefe Spannung

Auch die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) im Kanton Aargau hatte Probleme mit den Leitungen. Dies liege daran, dass sowohl die WSB als auch die asm Gleichstrombahnen mit einer Stromspannung von 1200 Volt seien, erklärt Miller.

Mit einer höheren Spannung wäre die Vereisung nicht so stark gewesen. «Weil die asm auf ihren Leitungen eine eher tiefe Spannung sowie Gleichstrom hat, haben wir nicht die gleiche Übertragung wie bei Wechselstrom wie beispielsweise bei den SBB.»

Miller ist froh, dass alles geklappt hat, denn eigentlich sei die Enteisung mit den alten Fahrzeugen eine «Verlegenheitslösung» gewesen. (ldu)