Regierungsrat Solothurn

«Bipperlisi» ist in Solothurn ein Tram, in Feldbrunnen weiter eine Bahn

Bleibt das «Bipperlisi» eine Bahn, dann sind ab Ende 2014 Schrankenanlagen nötig.

Bleibt das «Bipperlisi» eine Bahn, dann sind ab Ende 2014 Schrankenanlagen nötig.

Der Regierungsrat will sich nicht für die Klassifizierung des «Bipperlisi» als Tram in Feldbrunnen-St.Niklaus einsetzen. Selbst wenn die Bahn als Tram anerkannt würde, müssten weitere Sicherheitsanlagen installiert werden, so die Regierung.

In der Stadt Solothurn wird das «Bipperlisi» als Tram betrieben. Es fährt zwar auf einem eigenen Trasse, aber mit geringerer Geschwindigkeit als eine Bahn und kann auf Sicht angehalten werden. Dementsprechend müssen die Übergänge nicht mit Schranken gesichert werden.

Anders ist dies in Feldbrunnen, wo die Übergange bis Ende 2014 gesichert werden müssen. Drei Übergänge werden sogar ganz geschlossen. Anita Panzer (Kantonsrätin FDP, Gemeindepräsidentin Feldbrunnen-St. Niklaus) hat den Regierungsrat deshalb damit beauftrag, die «Teilstrecke Feldbrunnen des ‹Bipperlisi› als Tramstrecke anzuerkennen und dafür eine detaillierte Planvariante aufzulegen.

Fahrplan stabil halten

Gestern hat der Regierungsrat die Anfrage negativ beantwortet. Eines der Hauptargumente ist dabei die Fahrplanstabilität. Denn dort, wo bauliche Massnahmen nicht realisierbar sind, kann die Sicherheit bei ungünstigen Sicht- und Verkehrsverhältnissen nur über die Reduktion der Geschwindigkeit erreicht werden.

Schranken erhöhen, so der Regierungsrat in seiner Antwort, die Sicherheit und stützen den Fahrplan. Auch wenn das «Bipperlisi» als Tram anerkannt würde, müssten in Feldbrunnen weitere Sicherheitsanlagen installiert werden. Ausserdem würden die Kompetenzen in dieser Sache nicht beim Kanton, sondern beim Bundesamt für Verkehr (BAV) liegen.

Einsprachefrist abgelaufen

Die Sicherung der Bahnübergänge in Feldbrunnen zieht bauliche Konsequenzen nach sich. Allenfalls kommt es sogar zu Landenteignungen. Die Einwohner kämpfen darum gegen das Projekt der asm. Sie haben eine Motion mit über 200 Unterschriften bei der Gemeinde eingereicht. Gestern lief die öffentliche Auflage für das «ordentliche eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren Aare Seeland mobil AG (asm): Feldbrunnen, Sanierung Bahnübergänge» ab.

Es geht dabei um ein Teilstück mit einer Länge von 440 Meter. Bis gestern Abend gingen drei Einsprachen ein, wie die Pressestelle des Bundesamtes für Verkehr bestätigt. Weitere könnten folgen, da das Datum des Poststempels massgebend ist. «Die Einsprache der Gemeinde ist platziert», so Anita Panzer.

«Wir sind enttäuscht»

«Die Antworten des Regierungsrates sind natürlich enttäuschend für unser Dorf, denn sie nehmen sehr einseitig die Sichtweise der asm ein. Dass die Sicherheit erste Priorität haben muss, ist uns ja auch klar. Wir sind aber überzeugt, dass es ein Projekt geben muss, das siedlungsverträglicher ist, als das jetzt vorliegende», erklärt Panzer in einer ersten Reaktion.

Die Zugstrecke – ohne fixen Halt und mit Maschendrahtzaun links und rechts der Gleise – teile das Dorf in zwei Teile. Das Räumliche Leitbild der Gemeinde sehe aber vor, die Baselstrasse mit visuellen Elementen zu brechen und Querverbindungen zu schaffen. «Die Führung des ‹Bipperlisis› als Tram liesse am meisten Optionen für ein siedlungsverträgliches Projekt zu.» Das sehe auch das Amt für Raumplanung so, wie Panzer weiter erklärt.

Der prognostizierte Fahrzeitverlust von 10 bis 20 Sekunden müsste laut Panzer ebenfalls verkraftbar sein. Ausserdem mache den Feldbrunner Behörden auch der drohende Rückstau bei geschlossenen Schranken und der Ausweichverkehr durch die Quartiere Sorgen. Die rückwärtige Erschliessung der Häuser über Fuss- und Velowege, sowie die engen Warteräume bei den Fussgängerschranken, seien ebenfalls nicht ungefährlich.

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