Kriegstetten
«Bin sicher, dass auch hier die Sachpolitik wieder in den Vordergrund rückt»

Manfred Küng schlägt seine Gegnerin Brigitte Palacios um 5 Stimmen. Sie nimmt die Niederlage gelassen und freut sich über die hohe Stimmbeteiligung. Sieger Manfred Küng hofft nach intensiven Wahlkampf auf eine baldige Rückkehr zur Sachpolitik.

Urs Byland
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Ein glücklich gewählter Gemeindepräsident in seinem Rebgarten: Manfred Küng.

Ein glücklich gewählter Gemeindepräsident in seinem Rebgarten: Manfred Küng.

Hansjörg Sahli

«Ich wusste, die Chancen stehen 50 zu 50.» Nun sei die Waage in die andere Richtung gefallen, erklärt eine wenig enttäuschte Brigitte Palacios. Sie gratuliere Manfred Küng, der sich erster Gemeindepräsident der SVP im oberen Kantonsteil nennen darf. Küng holte mit 254 Stimmen 5 Stimmen mehr als Palacios. Im ersten Wahlgang im Juni hatte noch Palacios die Oberhand, damals mit 14 Stimmen.

«Ich darf für mich in Anspruch nehmen, ein gutes Resultat gemacht zu haben. Immerhin lag die Stimmbeteiligung bei fast 59,1 Prozent», so Palacios. Die im Vorfeld mit vielen Auseinandersetzungen gespickte Wahl zum Gemeindepräsident mobilisierte erstaunlich viele Wählerinnen und Wähler. Eine Wahlbeschwerde sei noch nicht vom Tisch, aber so recht glaubt sie nicht an diese Möglichkeit: «Der Souverän hat sich für Manfred Küng entschieden.»

Die Enttäuschung sei klein, weil sie nichts zu verlieren hatte. «Die neu formierte Interessengemeinschaft Kriegstetten hat auf Anhieb einen Sitz im Gemeinderat holen können. Mehr durfte ich nicht erwarten.» Sie wolle nun ihre Energie in eigene neue Unternehmungen investieren.

Äpfel und Birnen gewählt

Winzer und Kantonsrat Manfred Küng (SVP) hat sich den Wahlsonntag fürs Mosten reserviert. Japanische Birnen und Äpfel seien in der Presse. Er gehöre zu den sich kontrollierenden Menschen, weshalb die Freude über die Wahl zurückhaltend nach aussen trete. Am einfachsten umschreiben lasse es sich mit «pure Freude». Er habe das Wahlempfehlungsinserat der FDP im Anzeiger sehr wohl bemerkt.

«Die Unterstützung der FDP und von Teilen der SP war matchentscheidend», so Küng. Palacios wünscht Küng viel Fingerspitzengefühl und dass er nicht seine eigenen Interessen verfolge, sondern die der Kriegstetter. «Die Gefahr ist gross, dass er sich wie ein König aufspielen wird.» Jetzt könne er zeigen, dass er fünf Tage in der Woche in Kriegstetten wohnt und lebt und nicht in Zürich. Manfred Küng bleibt ruhig. «Ich bin tagsüber wahrscheinlich öfter in Kriegstetten anzutreffen als sie, schliesslich ist es mein Arbeitsort.»

Er will mit den Kriegstettern zuerst eine Lagebeurteilung durchführen, welche sachlichen Probleme in der Gemeinde vorliegen. Dringliche Projekte seien das Projekt «Wohnen im Alter» sowie Räumlichkeiten für das Gewerbe zu schaffen. Er hofft, dass die Wählerinnen und Wähler seiner Konkurrentin mithelfen. «Ein Wahlkampf ist immer mit Gefühlen verbunden, aber jetzt ist der Wahlkampf vorbei. Ich bin mir sicher, dass in wenigen Wochen auch in Kriegstetten die Sachpolitik wieder in den Vordergrund rücken wird.»