Breitenbach
Bildungsdirektor Remo Ankli besucht die erste Frühenglisch-Lektion

In diesem Schuljahr werden viele Kinder der Primarstufe zum ersten Mal in Frühenglisch unterrichtet. Bildungsdirektor Remo Ankli hat eine Klasse in Breitenbach durch die erste Englischstunde begleitet.

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Auch Remo Ankli (2.v.r.) ist gespannt auf den Unterricht.
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Bildungsdirektor und Regierungsrat Remo Ankli besucht die Frühenglisch-Kinder in Breitenbach
Die Klasse beim Lernen.
Remo Ankli mit Andreas Walter (r.), Chef des Volksschulamtes

Auch Remo Ankli (2.v.r.) ist gespannt auf den Unterricht.

Zur Verfügung gestellt

«Vive l'amour, vive la compagnie», begrüssen Schülerinnen und Schüler der 4. und 5. Primarklasse im Breitenbacher Schulhaus Breitgarten Regierungsrat Remo Ankli herzlich zu seiner Premiere, dem ersten offiziellen Schulauftritt.

Die bereits genossenen zwei Jahre Frühfranzösisch sind aus dem Chanson deutlich herauszuhören. «Nun folgt zum Beginn des neuen Schuljahrs der zweite grosse Schritt im Fremdsprachenunterricht», sagt der neue Bildungsdirektor Remo Ankli zum Start des Englischunterrichts an der Volksschule.

Dazu brauche man die Fünftklässler aber nicht zu motivieren. Kein Englisch zu sprechen, sei in der globalisierten Welt und Wirtschaft nämlich ein «No-go», so Ankli. Den Schülerinnen und Schülern, die im Rahmen des Projekts «Passepartout» (siehe Kasten) nun neben Französisch seit Montag Englisch lernen, wünscht der Regierungsrat «good luck» und weiterhin «beaucoup de plaisir».

«Passepartout», der Schlüssel zu Sprachen

«Passepartout» ist das Projekt der Kantone Basel-Stadt, Baselland, Solothurn, Bern, Fribourg und Wallis. Als Brückenkantone zwischen deutscher und französischer Schweiz setzen sie auf Französisch als erste Fremdsprache (ab 3. Primarklasse) und Englisch als zweite Fremdsprache (ab 5. Primarklasse). Gemeinsam haben die sechs Kantone neue Lehrmittel entwickelt; «Mille Feuilles» für den Französisch- und «New World» für den Englisch-Unterricht. Beide Lehrmittel wurden während zweier Jahre erprobt, so auch im Schwarzbubenland, und entsprechend angepasst. «Passepartout» gilt in der Schweiz als einzigartig. Fünf Kantone beginnen diesen Sommer mit Frühenglisch, Baselland folgt 2014. (bü)

Für Andreas Walter, Vorsteher des Volksschulamtes, ist klar, dass «Passepartout» den Unterricht für die rund 2500 Solothurner Fünftklässler viel abwechslungsreicher gestaltet, als man das von früher gewohnt ist: «Im Zentrum stehen das Verstehen und das Verstandenwerden, ohne darin Perfektion zu erreichen.»

Deutsch in der Klasse verboten

«How are you today?», lockt die Englischlehrerin Monika Häfeli ihre zwölf Fünftklässler aus der Reserve. Die «magic line», eine imaginäre Linie am Zimmereingang, verbietet eine Antwort auf Deutsch.

Denn es geht tatsächlich ums Verstehen und Sprechen. Doch die Antworten kommen erstaunlich schnell und entspannt: «I'm very good» oder «I'm ok». «Excellent», lobt die Lehrerin. Munter suchen die Schülerinnen dann die englischen Begriffe zu Gegenständen im Klassenzimmer wie den «pencil sharpener» und ordnen sie entsprechenden Bildern zu.

Die spielerische Art, mit Bildern und Begriffen umzugehen, scheint richtig Spass zu machen. Das bestätigen die beiden Schüler Yannick und Abisan: «Wir kommen gerne ins Englisch, weil wir viel lernen und Spass haben.» Zu Hause rede er auch schon Englisch und sage etwa «pencil» statt Bleistift, fügt Abisan bei.

Die «English lesson» ist im Flug vorbei und der Bildungsdirektor Remo Ankli zeigt sich beeindruckt vom völlig lockeren, aber engagierten Mitarbeiten der Schülerinnen und Schüler. Zum Dank verteilt er allen so einen «pencil sharpener», einen Bleistiftspitzer in Form eines Mini-Globus, als Sinnbild für die «New World», die in der Solothurner Volksschule Einzug hält.