Balsthal
Bildgeschichten mit dem Titel «Die Zeit macht keine Pausen»

Zum vierten Mal zeigt die Künstlerin aus Sulz AG Vreny Brand-Peier poetische Bildgeschichten in der Galerie Rössli in Balsthal. Mit ihrer Ausstellung verführt sie die Besucher in eine magische Bilderwelt.

Eva Buhrfeind
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Vreny Brand-Peiers Symbolik ist existenziell und sinnbildreich.

Vreny Brand-Peiers Symbolik ist existenziell und sinnbildreich.

Eva Buhrfeind

Die Zeit. Die Zeit, sie bestimmt unser Sein, den Lauf der Dinge. Die Zeit ist überall und doch nicht fassbar, sie ist messbar, aber dennoch geheimnisvoll. Die Zeit bestimmt seit langem die farbpoetischen Allegorien von Vreny Brand-Peier. Und auch mit dieser Ausstellung entführt die in Sulz AG lebende Künstlerin die Betrachtenden in eine wundersame wie magische Bilderwelt.

Vreny Brand-Peiers Symbolik ist existenziell und sinnbildreich, persönlich in den prozesshaft verflochtenen Gedankengängen, wenn sie unter dem Titel «Die Zeit macht keine Pausen» bebildert, wie die Zeit ewig und das Leben, der Mensch, die Natur, Lebensräume und -träume untrennbar verflochten sind, untrennbar mit der Zeit als ewiges Moment verbunden, sei es als Wortspiel, sei es als facettenreiche Parabel für das Erleben des Lebens. Denn es sind letztlich ihre eigenen Geschichten, Erlebnisse, Gefühle, Betrachtungen, die diese nie versiegenden Bildwelten begründen, in sie hineinspielen – die Bücher, die Natur, das Malen, das Lichte und das Düstere, das Wachsende und das Vergehende, das Wissen um die Endlichkeit des Lebens und die Schönheit der Dinge.

Alles steht miteinander in rätselhafter Beziehung, all ihre Symbole. Die Zeichen und Figurationen sind mehrdeutig miteinander verknüpft oder in gleichnishafter Verwandlung. Unverkennbar ist dabei ihr Ausdruck, akkurat und filigran im Detail, komplex und poetisch die Verflechtungen und die ineinander greifenden Erzählebenen. Mit zarten Temperafarben gemalt oder dem Bleistift gezeichnet, sind ihre Bilder fein gewobene Assoziationen, surreal und märchenhaft im allegorischen Charakter.

Die Uhr ist dabei ein immer wiederkehrendes Motiv in mancherlei Variationen und Positionen. Sie beschreiben unsere Beziehungen zur Zeit und sind das Synonym für die Vergänglichkeit. Dazu Buchstaben, als Zeichen des Wissens, Hieroglyphen als Ausdruck des Rätselhaften, Farbstifte in steter Metamorphose, Landschaftliches, Bäume, halb Hülle, halb Wesen, Efeu, der mysteriös Stühle umrankt, elegante Kleider als Metapher für den Menschen, verwachsende Zweige wie das Verwachsen der Beziehungen und Bedeutungen, läutende Glocken der Zeit, seltsame und unergründliche Geschehen. Doch letztendlich ist es der gebürtigen Oltnerin wichtig, dass jeder seine eigenen Empfindungen herausliest.

Bis 30. März. Geöffnet: Do + Fr 18–21 Uhr, Sa 15–18 Uhr, So 11–14 Uhr. Vernissage heute Sonntag, 11.30 Uhr.

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