Drei Höfe
Bilder voller Intensität und Leuchtkraft sowie Eisenskulpturen im Näijerehuus

Das Näijerehuus Hersiwil zeigt neue Arbeiten: farbenfrohe Malerei von Roland Flück und Eisenskulpturen von Franz Joseph Bobst werden in der Galerie und im Garten ausgestellt.

Hans R. Fröhlich
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Gegensätzliches im Näijerehuus: Franz Joseph Bobst (l.) fertigt Eisenskulpturen, Roland Flück malt Bilder mit intensiver Auseinandersetzung mit Farben. HRF

Gegensätzliches im Näijerehuus: Franz Joseph Bobst (l.) fertigt Eisenskulpturen, Roland Flück malt Bilder mit intensiver Auseinandersetzung mit Farben. HRF

Während Franz Joseph Bobst, Horriwil, seine 16 Skulpturen im Garten platzieren konnte, verteilen sich die 51 Exponate von Roland Flück, Solothurn, auf die gesamten Räumlichkeiten der Galerie. Die Bilder faszinieren einerseits in ihrem grossen Themenkreis und vor allem durch die Intensität und die Leuchtkraft der Farben. Die Farben sind denn auch das Hauptanliegen im Schaffen von Roland Flück. Sein Bestreben geht auch dahin, möglichst das Optimum des Farbkreises in einem Bild unterzubringen. Dies gelingt ihm meisterhaft in seinen grossen Blumenbildern im Dachgeschoss, welches bereits einen Gesamtüberblick über das Werk des Künstlers erlaubt.

Es gehört auch zum schillernden Wesen von Roland Flück, dass er seine Ausstellung mit dem Bild «Biecht Rauhreif» (Öl/Leinwand) mit dem farblichen Nichts (schwarz/weiss), quasi dem Kontrapunkt seiner Farbenphilosophie, beginnen lässt. Zudem das grösste Format und nach dem Umgang um einen langen Tisch vorbei an weiteren Landschaften und Blumenbildern in verschiedenen Techniken gleich vis-à-vis der beiden farbenreichsten beiden grossen Blumenbilder gehängt. Auf dem Tisch liegen Grafische Blätter auf verschiedenen handgeschöpften Papieren und das Buch «Malaga» als «Work in Progress» mit über die Jahre in seinem Schaffen begleitenden Aquarellen.

Auf der Bühne zeigt Flück ein Kuriosum, ein Doppelbild, Mischtechnik/Jute mit einer Aarelandschaft und rückseitig ein abstraktes Bild, nach Belieben zu drehen. Auf seinem Experimentierfeld findet sich auch das Thema Regen und besonders eindrücklich die Experimente mit dem Licht. So gelingt Flück in einem Blumenbild ein beinahe blendendes regennasses Glitzern. Im Fortschreiten durch die Räume werden die Formate immer kleiner. Gleichzeitig herrscht nun die Mischtechnik vor. Roland Flück arbeitet nicht «en plein air» wie die Impressionisten, sondern nimmt Fotos zum Vorbild für seine suggestiv wirkenden Arbeiten. Dies mag auch die Ursache für die Intensität seiner Farben sein.

Der Humor fehlt nicht

Franz Joseph Bobst hingegen verwirklicht seine Ideen zuerst in Form von Skizzen. Die notwendigen Formteile werden aus blanken Eisenplatten gelasert oder mit dem Schneidbrenner herausgelöst. Diese Zuschneidearbeiten lässt Bobst zum Teil auswärts machen. Ist aber erpicht auf die Reste zur anderwertigen Verwendung. Die Teile werden erst nachträglich künstlich oxidiert, sodass die fertigen Arbeiten im «Alteisenlook» erscheinen und insgesamt zweidimensional wirken.

Das Wesentlichste in seinem Schaffen ist die Harmonie in der Komposition seiner Skulpturen. Kleinste Verschiebungen von einzelnen Teilen, würden das ganze Werk zunichtemachen, meint Bobst kategorisch. Franz Joseph Bobst ist Autodidakt und getrieben von der Kunst in tiefer Auseinandersetzung mit Mensch und Objekt, aber auch von der Angst nicht verstanden zu werden, so Albert Arnold in seiner Einführung. Stets herrscht in seinen Skulpturen jedoch der Humor vor, illustriert beispielsweise mit einem hängenden Stein in seinem Werk «Einstein», den es zu deuten gilt.

Ausstellung bis am 31. August. Geöffnet Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr; Mittwoch 15 bis 18 Uhr, Freitag 18 bis 20 Uhr.