Sprachaustausch

Biberister Primarschüler kommunizieren in «Allemand» und Französisch

«Habt ihr gut geschlafen? Avez-vous bien dormi?»

«Habt ihr gut geschlafen? Avez-vous bien dormi?»

Kommunizieren in «Allemand» und FranzösischEine Genfer Schulklasse besucht eine dritte Primarschulklasse. So lernen die Kinder spielerisch, sich in der jeweils fremden Sprache zu verständigen.

«Habt ihr gut geschlafen? Avez-vous bien dormi?» Auf die Fragen der Lehrpersonen Ellen Burri (Biberist) und Géraldine Ganz (Genf) zeigen etliche Gesichter der 34 Kinder nach der gemeinsamen Nacht in der Zivilschutzanlage ein verschmitztes Lächeln.

Jana, Megan und Vanessa verraten später: «Es war anstrengend, wir haben Kissenschlachten gemacht, gesungen, mit den Genfer Kindern geredet. Wir haben in Französisch gefragt und sie haben in Deutsch geantwortet.»

Genau das ist das Ziel des zweitätigen Besuchs der Partnerklasse aus Genf. «Die Kinder merken so, dass die französische Sprache angewendet werden kann, und dass sie nicht nur eine trockene Materie für die Schule ist», sagt Ellen Burri.

Géraldine Ganz meint: «Wir fördern das Kommunizieren - die Kinder behelfen sich mit Lachen und Gesten - und sie merken, dass das ‹Allemand› nützlich ist.» Was die Drittklässler in knapp neun Monaten gelernt haben, beweisen sie im ersten Morgenspiel «Jacques à dit» oder «Jakob hat gesagt». Die Kinder müssen die Befehle Jakobs und Jacques ausführen, etwa die Arme heben, schreiben, kämmen, klatschen, aufstehen. Gelächter erklingt, wenn etwas nicht stimmt.

Reger Briefaustausch

In drei Gruppen aufgeteilt, geht das spielerische Lernen weiter. Ellen Burri zeigt ihren Schützlingen die Schulhausanlagen. Bei Géraldine Ganz ist theatralisches Fragen und Antworten angesagt. Spätestens nach der Lektion in der Sporthalle mit Sportlehrer Yves Brasier aus Genf sind alle Kinder hellwach.

Am Tag zuvor empfing die Biberister Klasse die Genfer Kinder am Bahnhof in Solothurn. Kennenlernspiele, Mittagessen und Stadtrallye standen auf dem Programm. Der Abend galt dem gemeinsamen Kochen und Abwaschen, den Gesellschaftsspielen und nach dem Nachtessen dem Zahlentraining mittels Lotto sowie einer Gutenachtgeschichte. «Ich kann nur sagen ‹wow›», blickt Jana zurück. «Das war das schönste Erlebnis meines Lebens.»

Ganz unbekannt waren die Biberister und die Genfer Klassen einander nicht. Es besteht nämlich seit einiger Zeit ein reger Briefaustausch. Die erhaltenen Porträts der Genfer Kinder sind farbenfroh und erzählen von ihren Familien, von Haustieren, von Hobbys. Dass die Biberister Kinder sich stets auf das dicke Kuvert aus Genf freuen, ist verständlich.

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