Erfreulicherweise gab es wieder Anmeldungen von Erwachsenen. Dabei wurde über ein neues Phänomen gestaunt, über das sich das OK (Organisationskomitee) freut. Gleich drei Mütter von teilnehmenden Kindern, haben sich selber auch angemeldet. Erstmals überhaupt ist eine Panflöte am Wettbewerb aufgetaucht.

Auch dies ist natürlich ein Blasinstrument, genau wie die Blockflöte, die 2008 erstmals am Wettbewerb gespielt wurde. Für ein vergleichbares Aufsehen muss man bis 1992 zurückblättern, wo das erste Baritonsaxofon im Solowettbewerb ähnliches Staunen auslöste.

Viele barocke Stücke

Erstaunlich war auch diesmal die glückliche Stückwahl der meisten Teilnehmer mit extrem viel Barock. Mit der entsprechenden Flügelbegleitung wurde ein angenehmes Flötenhäppchen nach dem anderen gereicht. Die Blechbläser vertrauten hingegen meistens auf sich selber. Viel Applaus erhielt Mika Lüdi für seine beiden erfrischend vorgetragenen Blockflötenstücke, zu denen er von Dülü Dubach auf dem Akkordeon begleitet wurde.

Nicht auf Begleitung angewiesen waren die Gruppen. Claudia Flury entlockte dem Ensemble SOL Brass Kids aus Subingen überzeugende «Pirates of Caribbean». Ohne den Brass-Bonus musste hingegen das Ensemble «Heris Heisse Hölzer» aus Klarinetten und Saxofonen auskommen.

Mit einem Duett für zwei Klarinetten von Ignaz Pleyel gefiel das Duo Thaddäus Kru bestehend aus Debora Brand und Philipp Gerber. Auch die je zwei wohlklingenden Gitarrenvorträge in beiden Kategorien verrieten viel musikalisches Gespür von Schülern und Lehrern.

Eine nicht ganz einfache Aufgabe bewältigte Merlin Bachmann souverän. Er hatte als jüngster der Perkussionisten den Wettbewerb am Morgen zu eröffnen. Das schien ihm jedoch keinen Eindruck zu machen. Temposicher klopfte er Noby Lehmanns «Figuren Part 2» ins Drumset.

Gemeinsam mit dem Musiktag

Die erste Austragung des Wasserämter Wettbewerbes (WMW) erfolgte mit dem Wasserämter Musiktag 1988. Die Idee dazu hatten vier Musiklehrer. Alle unterrichteten in den 80er-Jahren an Musikschulen und waren gleichzeitig Dirigent eines Musikvereins im Wasseramt. Sie waren davon überzeugt, dass Wettbewerbe die musikalischen Fähigkeiten fördern.

Ausgeschrieben war der Wettbewerb als Solisten- und Ensemblewettbewerb für Blasinstrumente. Zugelassen waren schon damals ausschliesslich Mitglieder von Wasserämter Blasmusikvereinen, Schüler von Wasserämter Musikschulen, sowie Einwohner einer Wasserämter Gemeinde. In den folgenden Jahren wurde der WMW immer gleichzeitig mit dem Bezirksmusiktag am selben Ort durchgeführt.

In den 80er Jahren gewann die Perkussion in der Blasmusikliteratur deutlich an Bedeutung. Deshalb beschlossen die Organisatoren des WMW, den Wettbewerb zu erweitern. Mit der Einführung eines eigenen Wettbewerbes für Schlagzeuger versuchte man, etwas zur Förderung dieser Sparte beizutragen.

Gleichzeitig wollte man einen Anreiz für den Nachwuchs schaffen, überhaupt in dieses Metier einzusteigen. Am siebten Wettbewerb beim Musiktag in Biberist 1994 waren die Perkussionisten erstmals am WMW dabei. Dieser Zuwachs hatte zur Folge, dass die den Musiktag organisierenden Vereine, zunehmend Probleme bekamen, die benötigte Infrastruktur bereitzustellen oder deren Minimalstandard erfüllen zu können.

Seit 2005 in Biberist

Die damaligen Organisatoren sahen sich genötigt, zu handeln. Sie koppelten den Wettbewerb vom Bezirksmusiktag ab und suchten selber einen Durchführungsort. Den fanden sie ab 2005 im Singsaal in Biberist, wo auch der zur Begleitung gewünschte Flügel zur Verfügung steht. Dort können weitere Räume in die notwendigen Einspielräume sowie das unentbehrliche Rechnungsbüro umfunktioniert werden.