Persönlichkeiten aus Politik, Sport und insbesondere dem Schiesswesen waren der Einladung des jubilierenden Bezirksschützenvereins in das Festzelt in Langendorf gefolgt. Das Programm beinhaltete viel Vergnügliches, aber auch die ernsten Worte der Festansprache. Wie schon an der Feier zum hundertjährigen Jubiläum war die Festansprache dem früheren Kantonal-Schützenmeister und -präsidenten Willy Pfund anvertraut.

«Rauer Wind für Schützen»

Neben den Glückwünschen an die 28 Bezirksschützenvereine Lebern, zusammengeschlossen in einem «dynamischen und zeitgemässen Verband», fand der Festredner auch ernste Töne. «Es weht uns trotz positiver Volksabstimmung zum privaten Waffenbesitz ein rauer Wind entgegen.

Aber wir sind eine Macht, an der in unserem Land doch niemand vorbei kommt», machte er seinen Schützenfreunden Mut. Im Sinne der Zukunft des Schiesswesens müsse man staats- und gesellschaftspolitisch aufmerksam bleiben sowie klar und mutig Einfluss nehmen. «Denn unser Sport ist ein wesentlicher Beitrag an die gesunde Entwicklung der Gesellschaft», betonte Pfund mit Blick auf die Jugendarbeit der Vereine, die Breiten-, Leistungs- und Spitzensport ermöglichten. Wenn allerdings das Obligatorische wegfalle, verkümmere das Schiesswesen zur Randsportart, mahnte Pfund.

Sicheres Auge ist wichtig

Auch Langendorfs Gemeindepräsident Hans-Peter Berger hatte in seinem erweiterten Grusswort den spürbaren Druck angesprochen, dem das Schiesswesen ausgesetzt sei. Als ehemaliger Bezirksjungschützenkönig versicherte Berger, dass es Schützen nicht ums «Ballern» sondern um Disziplin, Kraft, ein sicheres Auge, Ehrgeiz aber auch Gelassenheit gehe, – um Werte also, wie sie Ehren- und OK-Präsident Gottardo Rüfenacht zuvor im Gespräch mit dieser Zeitung aufgezählt hatte. Der Verband verzeichne alljährlich beste Platzierungen auf Kantons- und Bundesebene. Mit besonderem Stolz blicke man auf die Jungschützen aus Günsberg.

Gemeindepräsident Berger gratulierte zur informativ und schön gestalteten Chronik, die Rolf Eggenschwiler erarbeitet hatte. Sie sei ein Schmuckstück für jedes Leberberger Gemeindearchiv. Zudem habe Langendorf Grund zu doppelter Freude, denn neben der Verbands-Geburtstagsfeier werden 3725 Personen zu dem nach 18 Jahren erneut fürs Wochenende organisierten zentralen Feldschiessen erwartet.

Lauter Präsidenten

Rund 90 Gäste aus Politik, Militär und Vereinen nahmen an der abwechslungsreich geplanten Jubiläumsfeier teil. Im Kreise der vielen Präsidenten angefangen beim Vorsitz Solothurner Kantonsrat, dem Leberberger Bezirkspräsidenten Albert Stäheli, der Solothurner Verbandsspitze mit Heinz Hammer, Ammännern der Leberberger Gemeinden sowie den Leitungen der 17 Vereine 300 m, der vier Pistolenklubs 25 m und der sieben Kleinkalibervereine befanden sich auch einige Schützinnen, die den laut Rüfenacht rund 20 prozentigen Frauenanteil repräsentierten. Immerhin ging der Titel Schützenkönig 2009 an Jacqueline Sieber von den Feldschützen Niederwil, gefolgt im zweiten Rang von Sara Steiner aus Günsberg.

Am gut besuchten, den Festabend eröffnenden Behörden- und Sponsorenschiessen, beteiligte sich auch Ständerat Roberto Zanetti, der – wie er lächelnd berichtete – im Serienfeuer 23 Punkte erzielte.