Kriegstetten
Bevölkerung kann Einfluss bei Zentrumsplanung nehmen

Die Behörden haben das räumliche Leitbild erarbeitet. Jetzt kann die Kriegstetter Bevölkerung Stellung dazu nehmen.

Rahel Meier
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Noch wird die Gärtnerei Krebs betrieben. Es ist aber denkbar, dass die Gärtnereizone dereinst umgezont und das Grundstück zu Bauland wird.

Noch wird die Gärtnerei Krebs betrieben. Es ist aber denkbar, dass die Gärtnereizone dereinst umgezont und das Grundstück zu Bauland wird.

Rahel Meier

Die geltende Ortsplanung der Gemeinde Kriegstetten stammt aus dem Jahr 1997. Mit der Erarbeitung des räumlichen Leitbildes haben die Mitglieder der Baukommission und des Gemeinderates nun die Grundlagen für die Überarbeitung der Ortsplanung gelegt. Im Raumentwicklungskonzept Wasseramt ist Kriegstetten als Entwicklungsgemeinde definiert, die im agglomerationsgeprägten Raum liegt. Die Gemeinde liegt zentral im Wasseramt und ist gut an die Autobahn, aber auch an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Verdoppelung der Bevölkerung innerhalb von 35 Jahren

Kriegstetten ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen und hat heute 1300 Einwohnerinnen und Einwohner. Fast die Hälfte davon zog in den letzten 35 Jahren in die Gemeinde. So wurden zwischen 1997 und 2013 71 Einfamilienhäuser, aber nur gerade drei Mehrfamilienhäuser erstellt. Die Gemeindebehörden gehen davon aus, dass das Dorf auch in den nächsten 25 Jahren weiter wachsen wird, und zwar um rund 200 Personen. Wie in anderen Ortschaften auch ist der Anteil der Senioren prozentual angewachsen, derjenige der unter 40-Jährigen eher geschrumpft.

Verbindliche Planung

Das räumliche Leitbild ist ein verbindliches Orientierungs- und Führungsinstrument für die Behörden in den nächsten 20 Jahren. Es soll die Visionen der Gemeinde zur räumlichen Entwicklung aufzeigen. Insbesondere stellt sich die Frage, inwiefern die Gemeinde noch wachsen will und kann. Ein wesentlicher Aspekt des räumlichen Leitbildes sind Aussagen zur künftigen Nutzung des Bodens und des vorhandenen Baulandes. Mit der öffentlichen Mitwirkung wird die Bevölkerung um ihre Meinung gebeten. (rm)

Die Gemeinde sollte deshalb Wohnraum für junge Leute, aber auch Wohnmöglichkeiten für Senioren fördern. Insgesamt hat es in Kriegstetten einen Leerwohnungsbestand von nur gerade 0,41 Prozent, was unter dem kantonalen Durchschnitt von 1,98 Prozent liegt. Die Baulandreserve beträgt heute rund 1,94 Hektaren. Die vielen einzelnen freien Grundstücke sollen, so steht es im Leitbild, bald überbaut werden. Entlang der Kantonsstrassen sollte zudem eine verdichtete Bauweise gefördert werden.

Gute Durchmischung im Zentrum soll bleiben

Innerhalb der Gemeinde gibt es heute noch viele Einkaufsmöglichkeiten, Post, Bank und Restaurants und auch eine ganze Reihe von Kleingewerbebetrieben. Die heutige Durchmischung von Wohnen und Gewerbebetrieben – insbesondere im Dorfkern – soll darum in dieser Form erhalten bleiben. Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich allenfalls in der Gärtnereizone, in der heute noch die Gärtnerei Krebs betrieben wird.

Die Gemeinde Kriegstetten hat ein Ortsbild von regionaler Bedeutung. Insbesondere im Ortskern befinden sich mehrere stattliche Gebäude mit markanten Aussenräumen, Gärten und Vorplätzen. Gleichzeitig sind im Dorfzentrum auf dem Areal des Restaurants Kreuz und beim Bauernhaus GB Nr. 65 grosse Veränderungen geplant. Die Gemeinde möchte dabei so viel Einfluss wie möglich auf die Planung nehmen. Kriegstetten möchte zudem seine Bauzone innerhalb der Siedlungsgrenzen massvoll erweitern.

Strassennetz ist gut ausgebaut

Das Strassennetz ist für den motorisierten Verkehr gut ausgebaut. Als problematisch wird der Fremdverkehr empfunden, insbesondere bei Stau auf der Autobahn A1. Die Infrastruktur für den Langsamverkehr ist genügend. Die Fusswege sollen mit kurzen Querverbindungen weiter optimiert werden. Auch der Anschluss an den öffentlichen Verkehr ist laut Leitbild gut. Die Behörden sehen deshalb keinen weiteren Handlungsbedarf.

In der Gemeinde Kriegstetten besteht noch ein einziger Vollerwerbs-Landwirtschaftsbetrieb. Dieser liegt am Siedlungsrand und hat genügen Möglichkeiten sich zu entwickeln. Weitere freie Landschaft gibt es nur noch im Osten der Gemeinde. Wald ist nur wenig, nämlich 10 Hektaren oder 9 Prozent des Gemeindegebietes, vorhanden. Die Grünräume und das Naherholungsgebiet sollen auf dem heutigen Niveau erhalten bleiben.

Das räumliche Leitbild kann auf der Gemeindeverwaltung eingesehen oder auf der Website der Gemeinde abgerufen werden. Schriftliche Eingaben sollten bis zum 7. November zuhanden der Bau- und Werkkommission eingegeben werden.

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