Obergerlafingen
Bevölkerung entscheidet über die Lösung für die Poststelle

Seit drei Jahren sucht der Gemeinderat Obergerlafingen nach einer Lösung, damit die Post im Dorf bleibt. Jetzt wird die Bevölkerung nach ihren Wünschen befragt.

Rahel Meier
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Jetzt geht die Poststelle endgültig zu.Hanspeter Bärtschi

Jetzt geht die Poststelle endgültig zu.Hanspeter Bärtschi

Seit dem Jahr 2009 ist bekannt, dass die Post ihre Poststelle in Obergerlafingen schliessen will. Bisher wurde der Standort aufrechterhalten. Die politischen Behörden versuchten, die Post dazu zu bewegen wenigstens eine Poststelle mit reduzierten Öffnungszeiten beizubehalten. Nun ist aber endgültig Schluss. Die Poststelle wird aufgehoben. Schriftlich liegt der Entscheid noch nicht vor. «Wir werden der Schliessung nicht zustimmen», erklärt Gemeindepräsident Beat Muralt auf Anfrage. Immerhin habe Obergerlafingen seit 1870 eine Poststelle im Dorf. Für den Gemeinderat sei aber auch klar, dass ein Rekurs gegen den Entscheid der Post wegen der Nähe zu den Poststellen in Recherswil, Gerlafingen und Kriegstetten keine reelle Chance habe.

Deshalb wurde versucht, eine Postagentur in Obergerlafingen einzurichten. Seit rund 10 Jahren gibt es keinen Dorfladen mehr in der Gemeinde. An der Hauptstrasse wäre laut Muralt ein geeigneter Standort für einen Laden vorhanden. Allerdings liess sich kein Betreiber finden, der einen neuen Dorfladen einrichten und die Postagentur übernehmen würde.

Eine Post, zwei Gemeinden

Die Poststelle Obergerlafingen ist auch für das bernische Zielebach zuständig. Die beiden Gemeinden haben dieselbe Postleitzahl: 4564. Die Post hat die Betreiberin des Dorfladens in Zielebach angefragt, ob sie bereit wäre, eine Agentur zu betreiben. «Ich habe mein Interesse angekündigt, seither aber nichts mehr gehört», bestätigt Nedime Schönberg. Der Gemeinderat Obergerlafingen steht dieser Lösung eher skeptisch gegenüber. «Wir wollen deshalb die Bevölkerung entscheiden lassen, was ihr am liebsten ist», so Muralt.

Verschiedene Möglichkeiten

Neben der Agentur, der «Post im Dorfladen», gibt es auch den Hausservice. Dabei können Postgeschäfte direkt beim Zustellpersonal an der Haustüre erledigt werden. Es ist möglich, Briefe und Pakete aufzugeben, Marken zu kaufen, Geld einzuzahlen oder Bargeld zu beziehen. Bei der Agenturlösung bestehen die gleichen Dienstleistungen. Der Vorteil liegt in den Ladenöffnungszeiten, die es auch Berufstätigen ermöglichen, zur Post zu gehen.

Bei beiden Varianten wird die Postleitzahl erhalten bleiben und die Postzustellung neu ab Gerlafingen erfolgen. Auch avisierte Sendungen müssen nach der Schliessung der Poststelle in Gerlafingen abgeholt werden. Postfachinhaber können dort ein Postfach beantragen.

Drei Fragen

Mittels Fragebogen können nun alle Obergerlafinger ihre Meinung kundtun. Drei Fragen sind zu beantworten. Frage Nummer 1 lautet: «Sind sie für die Einrichtung einer Postagentur im Dorfladen in Zielebach?». Frage Nummer 2 ist: «Sind sie für die Einrichtung eines Hausservices auf dem Gemeindegebiet Obergerlafingen?». Frage Nummer 3 ist noch einfacher: «Ist es Ihnen egal, ob Obergerlafingen mit dem Hausservice bedient oder ob für die Postgeschäfte in Zielebach im Dorfladen eine Postagentur eingerichtet wird?». «Je nach Ergebnis der Umfrage werden wir bei der Post die eine oder andere Variante beantragen», so Muralt.

Der Fragebogen ist auf www.obergerlafingen.ch aufgeschaltet und Antworttalons können bis zum 24. August zurückgeschickt werden.

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