Gänsbrunnen

Besitzer will Hotel St.Josef nicht als Asylunterkunft angeboten haben

Das Gruppenhaus «Zentrum im Mühlehof» (links) bietet verteilt auf mehrere Räume Platz für etwa 100 Personen. In Hintergrund rechts ist das Hotel St. Josef zu sehen.

Das Gruppenhaus «Zentrum im Mühlehof» (links) bietet verteilt auf mehrere Räume Platz für etwa 100 Personen. In Hintergrund rechts ist das Hotel St. Josef zu sehen.

Geht es nach dem Kanton, soll in Gänsbrunnen eine Asylunterkunft entstehen. Die Liegenschaften gehören Martin Jaggi alias Ralph Martens. Dieser will sie aber nicht dem Kanton als mögliche Asylunterkunft angeboten haben.

Der Kanton erwägt die Einrichtung einer grösseren Asylunterkunft im Hotel St. Josef sowie im benachbarten Gruppenhaus «Zentrum im Mühlehof» in Gänsbrunnen. Am 16. Oktober jedenfalls wird eine hochrangige Delegation des Kantons, angeführt von Regierungsrat Peter Gomm, den Gemeinderat über seine Pläne für die allfällige Einrichtung einer Asylunterkunft in den genannten Räumlichkeiten orientieren.

Die beiden Liegenschaften gehören Martin Jaggi alias Ralph Martens. Dieser habe die Häuser, so der Gänsbrunner Gemeindepräsident Ernst Lanz, dem Kanton zum Kauf oder zur Ausmietung angeboten.

Parteien geben sich wortkarg

Das Amt für soziale Sicherheit (ASO) gibt sich auf Anfrage zugeknöpft und lässt zum Stand der Planung lediglich verlauten, dass noch nichts entscheiden sei. Die zwei Liegenschaften in Gänsbrunnen hätten den Projektstatus noch nicht erreicht, betont Claudia Hänzi, Leiterin der Abteilung für Sozialleistungen und Existenzsicherungen. «Wir sind immer noch am Abklären.» Zudem prüfe der Kanton derzeit noch andere Objekte auf ihre Eignung als Asylzentrum. Hänzi hofft, dass noch diesen Herbst geeignete Räumlichkeiten für ein Asylzentrum gefunden werden.

Wortkarg gibt sich auf Anfrage auch Liegenschaftsbesitzer Martin Jaggi. Er sei erst am Montag aus den Ferien heimgekehrt, sagt der Sänger und Moderator. Deshalb könne er auch nicht sagen, ob der Kanton wirklich daran interessiert sei, seine Liegenschaften in Gänsbrunnen als Asylunterkunft zu nutzen.

Davon, und dass die beiden Gebäude dem Kanton für diesen Zweck angeboten wurden, will Jaggi nichts wissen. Er räumt indes ein, dass die Gebäude seit einiger Zeit zum Verkauf ausgeschrieben sind. «Darum kümmert sich aber mein Makler.» Veräussern um jeden Preis will Martin Jaggi das Hotel St. Josef aber nicht, wie er beteuert. «Am Schluss entscheide ich.»

Erste Reaktionen besorgter Mütter

Die Vorstellung, dass in Gänsbrunnen ein kantonales Asylzentrum eingerichtet werden könnte, macht Gemeindepräsident Ernst Lanz in mehrfacher Hinsicht Sorgen. «Die Asylsuchenden würden wohl den kleinen Bahnhof in Gänsbrunnen bevölkern, um von dort mit dem Zug nach Solothurn zu gelangen» gibt Lanz mit dem Verweis, dass auch viele Kanti-Schüler diese Strecke täglich nutzen, zu bedenken.

Das löse bei besorgten Müttern Ängste aus. «Ich hatte bereits Reaktionen.» Tangiert würde aus Sicht von Lanz auch der Naturpark Thal, weil das Hotel St. Josef Ausgangspunkt für viele Aktivitäten des Naturparks sei.

Ein Asylzentrum an einem solchen Standort anzusiedeln zu wollen, könne er nicht nachvollziehen. «Damit lockt man bestimmt keine Touristen an», findet Lanz (siehe auch den Text links).

Bereit für eine allfällige Reaktion

In der Nachbargemeinde Welschenrohr will man den Lauf der Dinge abwarten. «Dass in Gänsbrunnen eine Asylunterkunft eingerichtet werden könnte, beunruhige ihn noch nicht gross, erklärt Gemeindepräsident Stefan Schneider.

Die Gemeindepräsidentenkonferenz Thal wird sich am 31. Oktober mit diesem Thema befassen, sagt Präsident Willy Hafner. Ob eine Reaktion gefragt sei, werde sich weisen. «Wir stehen auf jeden Fall Gewehr bei Fuss», so Hafner.

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